BRIEF_KASTEN
Wer die großen Erfindungen, die den Alltag der Menschen verändert haben, erleben will, besucht beispielsweise das Technische Museum in Wien. Wie schön damals alles gearbeitet wurde: die Verzierungen an den Lokomotiven, kunstvoll gestaltete Aufschriften, die Tastaturen der Schreibmaschinen. Da legte man nicht nur auf Nutzen, sondern auch auf Eleganz wert.
Ein Radio steht da. Hätte man vor 200 Jahren einem Menschen erzählt, dass man einen in Wien gesprochenen Satz noch in Linz oder Innsbruck, auch in Amerika und sogar noch viele Jahre danach hören könnte, man wäre für verrückt erklärt worden. Aber es gab Menschen, die das damals Undenkbare dennoch dachten – und den Weg zur Verwirklichung gefunden haben.
Es gibt sie gewiss auch heute: Leute mit dem Sinn für das unmöglich Scheinende und dennoch Mögliche. Sie lassen sich vom Augenschein nicht täuschen. Phantast/innen erweisen sich bisweilen als bessere Realist/innen.
Wie gerne ginge ich in ein Museum, das die Ideen und Wege zeigt, wie Menschen aus Konflikten herausgefunden haben oder wie aus befeindeten Völkern Partnerländer wurden. Da hat kaum noch jemand gedacht, dass es möglich wäre. Ein Museum der bedeutendsten Friedensschlüsse und Versöhnungen sollte es geben. Es gibt nicht nur die Wunder der Technik. Es gibt auch die Wunder des Menschlichen.
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