BRIEF_KASTEN
Was vermutlich an ihrer Angel nicht anbeißen wird, ist das Glück. Irgendwann wird sie gar nicht mehr zur Angel greifen – wenn sie bei ihrem Vorsatz bleibt.
Immer nur Spaß? Was wäre das für ein trauriges Leben!
Ein wenig Selbstbeobachtung täte gut: Wie zum Einatmen das Ausatmen gehört, gehört zum Nehmen das Geben. Wer nur einatmet und diesen Atem nicht mehr loslassen kann, erstickt genauso wie einer, der keine Luft bekommt.
Es ist doch erstaunlich, wie gerade in unseren Breiten und in unserer Zeit sich so viele Menschen unglücklich fühlen. Könnte es sein, dass sie den Atem – das Zu-sich-Nehmen – zu lange anhalten, weil sie das Loslassen verlernt haben? Gut im Nehmen, aber schwach im Geben? Betrachten sie Geben vielleicht nur als Verlieren?
Das Zauberwort für eine gute Balance von Geben und Nehmen ist das Teilen. Anteil nehmen, Anteil geben. Schenken und empfangen. Auch der Spaß hält auf Dauer nur in dieser Balance.
Immer nur Fasching, das wäre wohl gar nicht lustig. Die Fastenzeit gibt Gelegenheit, den Rhythmus zu üben. Ein und aus.
P.S.: Der Frau aus dem Werbespot: Vielleicht war sie nur erschöpft, weil sie zu lange viel geben musste. Da stellt sich ein so kurzsichtiger Wunsch schon mal ein – der Spaß sei ihr gegönnt. Aber auch, dass sie wieder Freude am Geben findet.
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