BRIEF_KASTEN
„Wir reißen dich mit!“, sagt einer. Er meint den Kollegen, der kein Geld bei sich hat und deshalb nicht mit ins Gasthaus kommen will.
Die Formulierung „Wir laden dich ein“ wäre vielleicht eine elegantere, aber bei weitem nicht so vielsagende Formulierung.
Mitreißen: Ein intensives Mitnehmen ist das. Du sollst nicht zurückbleiben. Wir übernehmen deine Kosten.
Kürzlich nahm ich an einem Gespräch teil, in dem es – gewissermaßen – um den Eintrittspreis in den Himmel ging und darum, was denn ein Mensch tun müsse, um im Jüngsten Gericht bestehen zu können.
Die Sache mit den Schafen und Böcken sitzt vielen doch sehr im Nacken. So sehen sie mehr mit Angst als mit freudiger Erwartung diesem Tag entgegen. Werde ich – oder werden jene, die ich auf keinen Fall verloren wissen möchte – am Ende zu gering bewertet?
Das Jüngste Gericht wird in der Heiligen Schrift als ein Gericht „über die Völker“ erzählt – über menschliche Gemeinschaften also.
Was Menschen miteinander in ihrem Leben zustande gebracht – oder verweigert – haben, wie sie den Nöten von Menschen begegnet sind: Hunger und Durst. Einsamkeit. Krankheit. Das bringt Jesus zur Sprache. Ob sie also miteinander Sorge getragen haben für Menschen, denen es „dreckig“ geht.
Sollte es nicht auch an der Tür zu diesem „himmlischen Gastmahl“ möglich sein, was sich an Wirtshaustüren ereignet?
Dass in diesem Miteinander jemand sagt: Du gehörst doch zu uns. Wir nehmen dich mit, auch wenn du das „Geld“ nicht in der Tasche hast.
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