BRIEF_KASTEN
Vor einem Monat wurde die 22-jährige Kurdin Mahsa Amini in Teheran wegen unangemessener Kleidung festgenommen und starb in Haft. Seither demonstrieren vor allem junge Frauen, aber auch Männer in iranischen Städten gegen die Unterdrückung durch das Regime.
Mehr als 100 Demonstrierende wurden bereits getötet, viel mehr verhaftet. Landesweite Proteste wurden schon 1999, 2009, 2017 und 2019 niedergeschlagen. Längst geht es nicht ausschließlich um Frauenrechte, aber diese sind zentral. Für immer mehr Frauen und Männer ist klar: Solange ein Teil der Menschen (zum Beispiel Männer) einen anderen Teil (zum Beispiel Frauen) beherrscht, leidet die ganze Gesellschaft darunter.
In Mitteleuropa ist die Unterdrückung (von Frauen oder Minderheiten) dank der Hartnäckigkeit früherer Generationen stark zurückgegangen. Wer meint, dass alle Ungerechtigkeiten hierzulande bereits aus der Welt geschafft sind, irrt und verrät die mutigen Frauen im Iran ebenso wie die eigenen mutigen Mütter und Großmütter.
Dass heuer in Österreich 27 Frauen und Mädchen zwischen sechs und 87 Jahren getötet wurden, ist die Spitze des Eisbergs. Es lohnt sich, nach kleinen Ungerechtigkeiten Ausschau zu halten und sie zu beseitigen. Das bringt allen etwas.
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