BRIEF_KASTEN
Es gibt nichts Lebendiges, das nicht einmal sehr klein gewesen ist: keinen Baum, keine Blume, kein Tier, auch keinen Menschen. Alles Leben fängt klein an. Doch erstaunlicherweise scheint das Leben: seine stärkste Kraft im Kleinen zu haben. Groß geworden hört auf zu wachsen.
Beim Blick auf die Welt zeigen sich viele ziemlich besorgt. Kein Wunder: Sie schauen auf die großen Sachen, die sich ins Blickfeld drängen, darauf, wovon man täglich hört und liest, wovon überall die Rede ist – die Kriege, die gewaltigen Veränderungen in der Natur, die Trends in den Umfragen. Großes drängt sich ins Blickfeld und verstellt dabei die Aussicht darauf, was schon da ist: aber eben noch klein.
Nicht nur das Leben selbst, auch das Lebensnotwendige beginnt klein – die Hoffnung zum Beispiel. Vielleicht sollte man sich nicht nur von dem leiten oder sogar täuschen lassen, was sich groß ins Blickfeld drängt. Das Großgewordene hat seine Zeit eher hinter sich. Das noch Kleine hingegen hat sie vor sich.
Die Zukunft der Erde, die Verantwortung für die Schöpfung, sie liegen nicht mehr lange in den Händen der heute Großen und Mächtigen. Viel länger noch wird sie in den Händen der jetzt noch recht Kleinen liegen.
Das Größte, das man für die Zukunft der Erde heute tun kann, ist, Kindern ein Gespür für ein menschliches Miteinander zu vermitteln, dass sie nicht zu Egoisten, die nur für sich selbst das Beste wollen, erzogen werden. Dazu werden sie Mut brauchen. Also gilt es, sie zu ermutigen.
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