BRIEF_KASTEN
Ich kenne niemanden, der am Bügeln Spaß hat. Selbst wenn es solche Menschen gibt, glaube ich nicht, dass es viele sind. Vielfältiger sind die Meinungen, wenn man fragt, was gebügelt wird.
Eine gute Bekannte bügelt praktisch alles, sogar die Socken. Ein anderer Bekannter bügelt – jedenfalls seitdem er nur noch bügelfreie Hemden kauft – eigentlich gar nichts mehr, Anzughosen lässt er in der Reinigung bügeln. Alles andere, ist er überzeugt, muss nur gut zusammengelegt oder aufgehängt werden.
Zwischen diesen beiden Positionen liegt ein weites Feld: Manche Menschen freuen sich, wenn die Bettwäsche nicht nur frisch gewaschen, sondern auch gebügelt ist.
Andere sagen sich: Ist eh nach der ersten Nacht zerknittert, wofür also vorher aufwendig glätten? Gebügelte Unterwäsche liegt schöner im Kasten. Trägt man sie aber bestimmungsgemäß unter der Oberkleidung, ist es gleichgültig, ob man sich am Bügelbrett abgemüht hat. Bei groben Jeans kann man streiten, bei einem Stofftaschentuch weniger: Entscheidet man sich bewusst für Eleganz, wäre es unlogisch, auf das Bügeln zu verzichten.
Ach ja, dann gibt es noch eine Möglichkeit, mit dem Bügelanspruch umzugehen: Man lässt die gewaschene Wäsche im Wäschekorb und bügelt nur, was man gerade braucht. Nur geht das für mich leider nicht: Ich habe nicht die Nerven, dauernd am vollen Wäschekorb vorbeizugehen.
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