BRIEF_KASTEN
Man wird dabei hineingezogen in das Ringen Gottes um die Menschen – ob sie auf Gott vertrauen oder anderen Göttern nachlaufen.
Bald merkt man: Da ist nicht nur von einem Geschehnis tief in der Vergangenheit die Rede. Man befindet sich in der Beschreibung der heutigen Welt, in der Menschen vor derselben Frage wie damals in der Wüste Sinai oder im „Gelobten Land“ stehen, nämlich: Ob man festhält an dem, was man von Gott bekommen und verstanden hat, oder ob man lieber anderen Wegen folgt. Ob man also Gott vertraut, anderen Mächten oder eigener Stärke.
An Gott glauben heißt nicht, viel von Gott zu reden, sondern auf seinem Weg zu bleiben: Ob man also festhält am geschwisterlichen und respektvollen Umgang mit anderen, auch in Konflikten. Ob man sich einfach holt, was man haben will, oder ob man Rücksicht nimmt auf die Bedürfnisse anderer. Ob man sich auf Waffen verlässt oder auf Diplomatie. Ob man verschwenderisch lebt oder sich zugunsten künftiger Generationen zu bescheiden weiß. Ob man lügt oder bei der Wahrheit bleibt.
In den Zehn Geboten, auch in den Seligpreisungen ist dieser Glaubens-weg beschrieben.
Das Gleichnis vom Gericht über die Völker stellt die Frage, vor der wir Menschen stehen, ganz klar. Sie lautet nicht: Gegen wie viele habt ihr euch durchgesetzt? Sondern: Für wen und zu wem seid ihr gut gewesen?
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