BRIEF_KASTEN
Jesus ist auferstanden. Das ist der Osterglaube der Christenheit. Aber: Nur rund ein Viertel der Christinnen und Christen in Österreich glaubt überhaupt an Gott oder eine göttliche Wirklichkeit, für gut die Hälfte ist er bloß ein unbestimmtes Wesen. So sagte es die Studie „Was glaubt Österreich“, die 2025 veröffentlicht wurde.
Befinden wir uns also in einer gottlosen Zeit? Vielleicht lässt sich die Frage nach dem Glauben gar nicht so einfach in einem Ja-oder-Nein-Schema beantworten, wie es Umfragen tun.
Die Kategorie des Glaubens ist freilich nicht das Wissen, sondern das Vertrauen.
Ist es um das Gottvertrauen auch so schlecht bestellt wie um das Wissen um Gott? Vertrauen baut auf Nähe. Es ist eine Frage der Beziehung – und dazu gehören bekanntlich zwei.
Gottesglauben und Gottvertrauen: Da geht es nicht nur darum, ob Menschen glauben, sondern auch, ob Gott an den Menschen glaubt. Ostern feiert den Glauben Gottes an die Menschen. „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen“, formuliert es das große Glaubensbekenntnis der Kirche. Unseretwegen also – und nicht um Gottes willen!
Vielleicht ist die Situation heute nicht viel anders als damals, als sich die Jünger in alle Winkel verkrochen haben, während Jesus den Kreuzweg ging. Sie haben dann noch lange nicht begreifen können, was das alles denn nun bedeute. Gott hat sie nicht mit Verachtung gestraft. Er setzt sein Vertrauen auf sie. Auf uns. Das ist Ostern.
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