BRIEF_KASTEN
Könnte sogar. So bleibt das „Eigentlich“ unerfüllt und alleine stehen. Was man als richtig erkannt, als nötig angesehen hat, bleibt unverwirklicht. Eigentlich hätte man es wissen müssen. Das ist die zu spät gekommene Erkenntnis.
Mitten in der Woche feiert die Kirche „Christi Himmelfahrt“. Der Himmel öffnet sich für Jesus, der sein Leben „zum Heil der Menschen“, gelebt hat. Er hat im „Eigentlich“ gelebt und ist nicht beständig in ein Aber geflüchtet. Bis zuletzt.
Manche vermuten den Himmel im Außergewöhnlichen, schwer zu entdecken und im Leben auch kaum zu erleben. Doch es sind in Wahrheit sehr „irdische“ und gewöhnliche Sachen, die den Himmel öffnen. Man wüsste es ja, was es bedeutet, auf Jesu Art, also himmlisch zu leben: Gut sein zum und gut reden vom Anderen, auch wenn er nicht die richtigen Dokumente vorweisen kann. Die Armen nicht vergessen. Menschen nicht im Stich lassen. Bei der Wahrheit bleiben. Gemeinschaft halten. Einander trösten. Mit einem Wort: die Nächstenliebe zu leben.
Wir Menschen bleiben lieber bei dem, was wir für sicheren Boden halten, und verdunkeln den Himmel immer wieder mit unserem Aber. Glauben, das ist der Mut, in unseren Entscheidungen und im Tun das Eigentliche zu wagen – und nicht ständig in ein Aber auszuweichen. Der Erde ginge es besser – und der Himmel würde sich öffnen – wozu nämlich Gott den Menschen berufen hat.
BRIEF_KASTEN
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>