Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
Auffällig war vor allem die geringe Bedeutung des Sonntagsgottesdienstes im Alltag der Jugendlichen. Lediglich ein Firmling bezeichnete ihn als festen Bestandteil seines Wochenrhythmus. Ganz anders die Rückschau der älteren Generation: Mehr als 80 Prozent der befragten Pfarrgemeinderatsmitglieder berichteten, dass der Kirchgang für sie in ihrer Jugend selbstverständlich und regelmäßig war.
Ein Firmling brachte die Haltung zu den Gottesdiensten in der Befragung auf den Punkt: „Ich finde, die Messe ist ein tolles Angebot, nur ist sie ein bisschen früh und uninteressant.“ Häufig genannte Gründe waren eine als wenig ansprechend empfundene Musik sowie Themen, die nicht ausreichend an der Lebenswelt junger Menschen anknüpfen würden. Hinzu kam der Wunsch, den Sonntag lieber zum Ausschlafen zu nutzen als für den Kirchgang.
Pfarrer Franz Wild bewertete die Ergebnisse gelassen und sah bestätigt, dass die Distanz zwischen Jugend und Kirche zwar vorhanden, aber nicht von Ablehnung geprägt sei. Überraschend war für ihn vielmehr die insgesamt positive Grundhaltung der Jugendlichen. „Sie haben durchaus Interesse am Pfarrleben“, sagte Wild.
Außerhalb der Liturgie sahen Jugendliche Ansatzpunkte für Beteiligung. Besonders häufig wurden Musik und gemeinsame Feste genannt. Viele dieser Angebote existieren bereits, sollten künftig aber stärker beworben und sichtbarer gemacht werden, um mehr junge Menschen anzusprechen. Gleichzeitig zeigte sich der Pfarrer offen für die geäußerten Wünsche nach zeitgemäßeren Gottesdienstformen. Er will die Jugendlichen deshalb dazu einladen, sich aktiv in den Gottesdiensten einzubringen.

Reinhard Macht ist ehrenamtlicher Diakon im SR Jenbach-Münster-Wiesing und Gemeindeberater in der Diözese Innsbruck.
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