BRIEF_KASTEN
Das Ereignis war unscheinbar, aber weltbewegend: Israelische Polizisten hatten am Palmsonntag den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem Pierbattista Pizzaballa, das Oberhaupt der katholischen Kirche im Heiligen Land, angehalten und verboten, die Grabeskirche in Jerusalem zu betreten. Ebenso musste sein Begleiter, der Franziskanerkustos, umkehren. Die beiden wollten – privat – an der Eucharistiefeier der Franziskanerbrüder in der Grabeskirche teilnehmen. Denn wegen des Iran-Kriegs hat die israelische Regierung seit Längerem alle öffentlichen Gottesdienste in der Jerusalemer Altstadt untersagt, auch die Feier der Karwoche. Der Vorfall hat binnen Stunden weltweit Proteste, auch von Regierungen hervorgerufen und den israelischen Premierminister zu einer halbherzigen Entschuldigung veranlasst. Dank des Staatspräsidenten steht die Grabeskirche nun in der Karwoche Kirchenvertretern offen. Die Vorgänge um den Patriarchen sollen aber ein Weckruf sein, die einfachen Gläubigen in Israel und Palästina nicht zu vergessen. Sie brauchen besonders die weltweite Solidarität ihrer Glaubensgeschwister. Eine Fürbitte in den Kartagen wäre das Mindeste.
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