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Hoffnung und Kampfgeist

Gesellschaft & Soziales

„Es ist nicht ok, was da passiert“, sagt Betriebsseelsorgerin Ulrike Hammerl zur drohenden Schließung des MAN-Werks in Steyr. Die Kirche dürfe nicht wegschauen und müsse Position beziehen.
 

Ausgabe: 43/2020
20.10.2020
- Lisa-Maria Langhofer
Die Steyrer Christ/innen zeigen ihre Solidarität.
Die Steyrer Christ/innen zeigen ihre Solidarität.
© Franz Seiwald

„Geld muss dienen, nicht regieren“ stand auf dem Plakat der Betriebsseelsorge Steyr, die sich am Warnstreik der MAN-Belegschaft vergangenen Donnerstag in Steyr beteiligte. Mehr als 4.000 Menschen protestierten gegen die Schließung des MAN-Standortes, den, wie Ulrike Hammerl sagt, „sich die Menschen in der Region nicht nehmen lassen“. Der Vertrag für die Standortgarantie des LKW-Bauers bis 2030 wurde im Jänner 2020 vom Unternehmen und dem Betriebsrat unterzeichnet. Wenige Wochen später wurde der Vertrag durch die Unternehmensseite gekündigt.

 

Position der Kirche

„Hier geht es nicht nur um die rund 2.300 Arbeitsplätze von MAN, sondern auch um die Zuliefererfirmen, die Gastronomie und all die dazugehörigen Familien“, sagt Hammerl. Auch die Kirche müsse deshalb Position beziehen und mutig auf die Menschen zugehen: „Als Betriebsseelsorge stehen wir in engem Kontakt zum Betriebsrat. Dieser ist Sprachrohr zwischen Unternehmensleitung und Angestellten.“ MAN sei eine gewachsene Firma, die zu Steyr dazugehöre und ein starkes Wir-Gefühl bei den Mitarbeitenden und der Bevölkerung erzeuge.

 

Weiterkämpfen

Bei den Kundgebungen am Steyrer Stadtplatz sei die Stimmung insgesamt gut gewesen, die Reden waren von Hoffnung und Kampfgeist durchdrungen. Betriebsrat, Gewerkschaft und Belegschaft fordern das Management und die Eigentümerfamilien des VW-Konzerns auf, endlich Verantwortung für die tausenden Menschen zu übernehmen: „Unsere Großeltern und Eltern haben schon hier gearbeitet, jetzt arbeiten wir hier und wollen, dass unsere Kinder auch noch hier arbeiten können“, sagt Angestelltenbetriebsrat Thomas Kutsam. Auch die Politik sei hier gefordert. 
Ulrike Hammerl hofft, dass die Betreffenden es schaffen, sich zusammenzusetzen. Als Betriebsseelsorgerin wolle sie die Fehler im System aufzeigen und sich mit den Menschen vernetzen: „Wir müssen jetzt für die Betroffenen da sein, ihnen zuhören und ein Stück des Weges mit ihnen mitgehen. Wir dürfen uns nicht nur im eigenen Umfeld umschauen, sondern müssen dorthin gehen, wo Ungerechtigkeit sichtbar wird. So wie Papst Franziskus.“«

Ulrike Hammerl von der Betriebsseelsorge Steyr hofft, dass MAN in Steyr bleibt.
Ulrike Hammerl von der Betriebsseelsorge Steyr hofft, dass MAN in Steyr bleibt.
© Treffpunkt Mensch & Arbeit Steyr
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