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Aktion „Sei So Frei“ startet Nothilfe-Programm für Uganda

Corona endet im Hunger

Gesellschaft & Soziales

Wenn das tägliche Überleben ein ständiger Kampf ist, führt die kleinste zusätzliche Störung in die Katastrophe. Das erleben derzeit unzählige Familien in Uganda durch das Corona-Virus.

Ausgabe: 20/2020
12.05.2020
- Josef Wallner
Familien wie Aineah Bwambale mit seiner Frau Alice Kabughound und ihren acht Kindern wird die Aktion „Sei So Frei“ mit ihrer Nahrungsmittel-Hilfe unterstützen.
Familien wie Aineah Bwambale mit seiner Frau Alice Kabughound und ihren acht Kindern wird die Aktion „Sei So Frei“ mit ihrer Nahrungsmittel-Hilfe unterstützen.
© SEI SO FREI

Eine junge Frau ist schwanger, der Geburtstermin steht bevor. Da eine Risikoschwangerschaft diagnostiziert wurde, soll sie rechtzeitig in das District-Krankenhaus nach Kasese. Doch in ganz Uganda herrscht Ausgangssperre. So rigoros, dass nicht einmal eine Genehmigung für einen Krankentransport zu bekommen ist. Und an eine „Schwarzfahrt“ ist auch nicht zu denken. Denn wenn in dem autoritär regierten  Land viel nicht funktioniert, das Polizeiwesen schon. Wer ertappt wird, wird verprügelt, erhält eine saftige Geldstrafe, kommt ins Gefängnis und das Auto ist auch weg. Zu allem Unglück treten die Schwangerschafts-Komplikationen tatsächlich ein: Die Frau sei inzwischen verstorben, erzählt Franz Hehenberger, Geschäftsführer der Aktion „Sei So frei“.

 

Corona brachte System zum Kippen

Die Region um Kasese im Osten von Uganda ist seit mehr als zwanzig Jahren ein Schwerpunktgebiet von „Sei So Frei“. Über die Mitarbeiterin Basaliza Ithungu Florence, die vor Ort die Hilfs-Aktivitäten leitet, ist Hehenberger stets am aktuellen Stand. Während der Totalsperre im gesamten Monat April hat sich unaufhaltsam der Hunger über das Land ausgebreitet. Schon zu Normalzeiten können die allermeisten Familien in den Dörfern nicht vom Ertrag ihrer kleinen Landwirtschaften leben, aber durch Gelegenheitsarbeiten und gegenseitige Hilfe geht es so recht und schlecht. Nun hat Corona das System völlig zum Kippen gebracht.

 

Preise sind explodiert

Die Preise für die Grundnahrungsmittel Mais und Bohnen haben sich innerhalb eines Monats mehr als verdoppelt. Die Ausgangssperren wurden zwar in der ersten Maiwoche gelockert, aber es herrscht – streng kontrollierte – Maskenpflicht. Und eine Maske ist teuer, vor allem wenn man hungert. Um den Preis einer Maske kann man zwei Kilogramm Mais kaufen. Aber vielfach ist weder für das eine noch für das andere Geld da. Der Staat hat zwar Unterstützung versprochen, aber die reicht vermutlich nicht einmal  bis an die Stadtränder der Hauptstadt Kampala. Bis in die Region Kasese, die an Kongo grenzt, wird nie eine Lebensmittellieferung des Staates kommen. „Sei So Frei“ hat darum ein Nothilfeprogramm gestartet und wird Hunderte Familien mit Grundnahrungsmitteln wie Mais und Bohnen versorgen.
Informationen unter: https://ooe.seisofrei.at/

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