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Wir sind gerne Oma und Opa

Bewusst Leben

Für viele Kinder ist jeder Besuch bei Oma und Opa ein „Tag der Großeltern“, der offiziell in vielen Ländern am 12. November begangen wird. Es ist ein Tag, an dem Danke gesagt wird für die bedingungslose Liebe, Geduld und Zeit. Ein Anlass, beim Ehepaar Derntl nachzufragen, was sie als Großeltern schon alles erlebt haben. 
 

Ausgabe: 45/2019
05.11.2019
- Brigitta Hasch
Xaver, Alma und Helene genießen die Zeit bei ihren Großeltern.
Xaver, Alma und Helene genießen die Zeit bei ihren Großeltern.
© privat

„Wir haben insgesamt fünf Enkelkinder. Die beiden Großen sind inzwischen schon erwachsen. Jetzt besuchen uns die drei Kleinen unserer jüngsten Tochter immer wieder“, erzählen Minnerl und Hans Derntl. Und wie viele Großeltern fügen sie hinzu: „Wir freuen uns immer sehr, wenn sie bei uns sind. Aber auch auf die Ruhe danach!“ 

 

Viel Zeit

„Wenn unsere Enkerl da sind, haben wir Zeit nur für sie“, erzählt Hans Derntl. Das sei bei den eigenen vier Töchtern leider so nicht möglich gewesen. „Als Pensionist kann man sich die Zeit eben ganz anders einteilen, als wenn man noch im Beruf ist.“
Wenn es das Wetter erlaubt, wird im Garten gespielt, „zum Glück haben wir da viele Bäume, die zum Klettern ideal sind“. Alma (7), Helene (5) und der kleine Xaver (fast 3) sind fröhliche Kinder, die sich gern und viel bewegen. Doch wenn sich der Opa einmal zum Werken in den Keller zurückzieht, heftet sich der kleine Xaver sofort an seine Fersen. „Er möchte überall zuschauen und alles ausprobieren. Ich lass ihn da gerne machen.“ Nicht immer mit Zustimmung von Oma Minnerl Derntl. „Kürzlich hab ich den Xaver gesehen, wie er mit einem Hammer Nüsse aufgeschlagen hat. Ich hätte ihm das noch nicht zugetraut, aber mein Mann hat gesagt, er kann das schon – und er hat sich tatsächlich nicht auf die Finger geschlagen“, erzählt sie. Überhaupt sei sie doch ein bisschen ängstlicher geworden im Gegensatz zu früher.

 

Lesen und erzählen

Wie fast alle Kinder lieben ihre Enkel Märchen und Geschichten. „Wir lesen ihnen oft was vor. Der Xaver setzt sich dabei gerne auf den Schoß. Die Millimandl-Geschichten mögen sie besonders gerne. Die haben auch die zwei Großen schon gern gehört. Aber oft kommen auch Fragen von den Kindern, und sie wollen, dass ich ihnen von früher erzähle“, sagt Minnerl Derntl, und ihr Gatte erinnert sich: „Weißt noch, einmal haben dir die Kinder sogar eine Vorlesekrone gebastelt!“

 

Süße Strudel

Natürlich gibt es bei der Oma auch was Gutes zu essen. Und – wie könnte es anders sein – hier bekommen die Enkel oft ihre Lieblingsspeisen. „Am meisten freuen sie sich, wenn ich ihnen einen ausgezogenen Strudel mit einer süßen Füllung mache.“ Omas Kochkünste werden aber auch von den erwachsenen Enkelsöhnen noch immer geschätzt. „Irgendwann hab ich etwas mit einer Paprikasauce gekocht. Ein paar Wochen später kam ein Anruf aus Graz, und der dort studierende Enkel wollte wissen: ,Du, Oma, wie geht denn die Sauce genau?‘“ In der Zwischenzeit wurden beide mit großen Kochbüchern ausgestattet, die die Oma extra für sie ausgesucht hat. 

 

Erziehung ist Elternsache

„Freilich, es gibt schon ein paar wenige Dinge, die wir in der Erziehung anders machen würden als unsere Töchter. Aber da halten wir uns möglichst raus.“ Es sei eben nicht ihre Angelegenheit, da sind sich die Großeltern einig.
Vielleicht ist auch das ein Geheimnis dafür, dass sich die Generationen der Großfamilie untereinander so gut verstehen. „Unser Enkel in Wien besucht dort gerne seine Tante. Die jüngeren Enkelkinder genießen es sehr, wenn einer der große Cousins da ist. Und zu den Festtagen kommt die 13-köpfige Familie bei uns zusammen“, erzählen Minnerl und Hans Derntl stolz und dankbar. 

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