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Fetzen, die zum Weltkulturerbe wurden

Familie & Unterhaltung

Der Ebenseer Fetzenzug ist ein jährlich am Faschingsmontag in Ebensee stattfindender Faschingsumzug.

Ausgabe: 8/2020
18.02.2020
- Brigitta Hasch
Der Fetzenzug ist ein Spektakel und Höhepunkt des Ebenseer Faschings.
Der Fetzenzug ist ein Spektakel und Höhepunkt des Ebenseer Faschings.
© Hörmandinger

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die sogenannten „Fetzen“, kleiden sich in alte Frauengewänder, an die Lumpen genäht sind. Sie tragen einen Fetzenhut sowie eine kunstvoll geschnitzte Holzmaske. Wesentliches Element des Fetzenzuges ist das sogenannte „Austadeln“ der Zuschauer/innen.

 

Die Meinung sagen

Der Zug trifft sich bei einem Gasthaus in der Kohlstatt, einem Ortsteil Ebensees, und zieht dann bis zum Rathaus. Während des Zuges wird „ausgetadelt“: Unter dem Schutz des Kostüms, das Anonymität garantiert, sagen die Fetzen mit verstellter Stimme Mitbürger/innen die Meinung und treiben Späße mit ihnen. Begleitet wird das bunte Treiben vom „Parapluie-Marsch“, auch „Fetzenmarsch“ genannt. Der Ebenseer Fetzenzug ist seit seiner Entstehung vor ungefähr 120 Jahren ein fixer Bestandteil und ist der Höhepunkt der Faschingszeit in Ebensee. Er bildet einen immanenten Bestandteil der Ebenseer Ortskultur. Die Weitergabe und Bewahrung des Ebenseer Fetzenzuges erfolgt seit jeher mündlich. Eine wichtige Rolle in der Tradierung nehmen die Familien ein, die den Brauch an ihre Kinder weitervermitteln und ihn so von Generation zu Generation lebendig halten. Seit der Gründung des Ebenseer Faschingsvereins nimmt auch dieser eine zentrale Rolle in der Weitergabe des Elements ein.

 

Holzmasken statt Schminke

Im Laufe der Geschichte hat sich der Ebenseer Fetzenzug vielfach weiterentwickelt und neue Formen angenommen. So veränderten sich nicht nur der Ausgangspunkt des Fetzenzugs, sondern auch die Verkleidungen der Teilnehmer/innen. Diese passten sich an die Mode und den Lebensstandard der jeweiligen Zeit an. Während es zeitweise üblich war, die Gesichter zu schminken, ging man später zur Verwendung von Holzmasken über, die von lokalen Schnitzer/innen hergestellt werden.

 

infos: www.unesco.at

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