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Inhalt:
Tipps von Bergwanderführer Johann Staud aus Tirol

Gut planen, sicher wandern

Bewusst Leben

Herbstzeit ist Wanderzeit. Ob Wanderung oder Pilgerreise, die Grundlage fürs sichere Unterwegssein ist eine gründliche Tourenplanung.

Ausgabe: 41/2021
12.10.2021
- Lisa-Maria Langhofer
Mit einer durchdachten Touren­planung und der richtigen Ausrüstung kann die Wanderung oder das Pilgern, wie etwa hier auf dem Romediusweg, mit gutem Gewissen losgehen.
Mit einer durchdachten Touren­planung und der richtigen Ausrüstung kann die Wanderung oder das Pilgern, wie etwa hier auf dem Romediusweg, mit gutem Gewissen losgehen.
© Staud

Ob in der Ebene oder am Berg, am wichtigsten sei bei jeder Wanderung die Tourenplanung, sagt Bergwanderführer Johann Staud: „Ich sollte mir überlegen, wie viele Kilo- und Höhenmeter ich gehen will und kann, und ob ich mit den Öffis fahre oder ein Auto organisieren muss.“ Dem Wetter werde bei der Planung oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt, meint Staud: „Besonders wenn ich im Hochgebirge bin, ist das eines der wichtigsten Dinge überhaupt. In großen Höhenlagen kann das Wetter schnell umschlagen und ich als Wanderer in Bergnot geraten. Deshalb muss ich mich vor jeder Tour intensiv mit dem Wetterbericht auseinandersetzen.“ Sich über den Schwierigkeitsgrad des geplanten Weges zu informieren, könne ebenfalls nicht schaden: „Es gibt für jeden Weg im Gebirge eine Klassifizierung. Blau ist die niedrigste Schwierigkeitsstufe. Rot bedeutet, dass auch ein schmaler Steig dabei sein kann und ich etwas trittsicherer sein sollte. Bei einem schwarzen Weg muss man mit Kletterpassagen rechnen.“

 

Richtige Ausrüstung

Gerade als Anfänger/in tendiert man dazu, zu viel in den Wanderrucksack zu packen. Johann Staud weiß, welche Ausrüstung sinnvoll ist: „Auch wenn man noch so aufmerksam den Wetterbericht beobachtet, vor Regen oder Gewitter ist man nie ganz gefeit. Deshalb ist für mich ein guter Regenschutz das Wichtigste.“ Außerdem sollte man auch immer genug zu trinken dabei haben, als Faustregel gelten zwei Liter. Insgesamt sollte der Rucksack nicht zu schwer sein, sagt Staud: Als Richtwert gilt ein Rucksackgewicht, das 10 bis 15 Prozent des eigenen Körpergewichts ausmacht.“ Der Wanderexperte empfiehlt, den Rucksack ein paar Mal einzupacken und auszuprobieren, wie viel man wirklich an Wechselkleidung, (Not-)Verpflegung, Wasser etc. benötigt. Was auf jeden Fall hineingehört, ist das Handy und ein kleines Erste-Hilfe-Paket, das neben Verbänden und (Blasen-)Pflastern auch ein Taschenmesser und eine Pinzette enthält. Staud hat auch immer Alufolie dabei: „Sollte es zu einem kleineren Unfall kommen und ich muss irgendwo eine Zeit lang ausharren, kann ich mich einwickeln und bin vor Hitze und Kälte geschützt.“

 

Stabiles Schuhwerk

Entscheidend ist auch das passende Schuhwerk, weiß Staud: „Bei Bergwegen und anspruchsvolleren Wander- oder Pilgerwegen sind knöchelhohe, stabile und feste Schuhe mit einer guten, sogenannten „Vibram“-Sohle empfehlenswert. Die Schuhe sollten gut eingelaufen sein, mit neuen Schuhen lieber keine längeren Strecken gehen. Wichtig sind auch die passenden Socken. Sie sollten fest anliegen, sodass sie keine Falten bilden, und nicht zu groß sein. Mit den richtigen Schuhen und Socken kann man weit gehen, ohne Blasen zu bekommen.“

 

Handeln bei Unfällen

Unfälle passieren meist aufgrund von Übermüdung. „Schon am Vormittag muss ich schauen, dass ich am Nachmittag noch genug Kondition übrig habe, um den Abstieg zu schaffen. Auch das hängt mit der Planung zusammen“, sagt Staud und rät, immer in der Gruppe oder zu zweit unterwegs zu sein. „Wenn ich allein bin, mir passiert etwas und ich habe keinen Handyempfang, muss ich warten, bis jemand vorbeikommt.“ Eine verletzte Person sollte gegebenenfalls von der Gefahrenstelle weggebracht und die Wunde erstversorgt werden. „Wenn die Verletzung nur leicht ist und ich mich in der Lage dazu fühle, kann ich den Abstieg versuchen. Ist der Weg aber noch weit oder vor Schmerz kein Auftreten mehr möglich, hat es keinen Sinn, weiterzugehen. Lieber hinsetzen, ausruhen und 140 für die Bergrettung oder den Euronotruf mit 112 wählen.“

Johann Staud ist ausgebildeter Bergwanderführer und der „Erfinder“ des Romedius-Pilgerweges von Thaur (Innsbruck Land) nach San Romedio (Trient). Infos unter: www.romedius-pilgerweg.at
Johann Staud ist ausgebildeter Bergwanderführer und der „Erfinder“ des Romedius-Pilgerweges von Thaur (Innsbruck Land) nach San Romedio (Trient). Infos unter: www.romedius-pilgerweg.at
© Staud
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