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Bärlauch, bist du es wirklich?

LEBENS_WEISE

Im Frühling beginnen wieder viele Kräutersammler:innen auszuschwärmen und für Küche und Naturapotheke nach essbaren Wildpflanzen zu suchen.

Ausgabe: 15/2024
09.04.2024
- Lisa-Maria Hammerl
Der Bärlauch hat einen giftigen Doppelgänger
Der Bärlauch hat einen giftigen Doppelgänger
© weixx

Diese sollten sie eindeutig identifizieren können, um nicht versehentlich (hoch-)giftige Doppelgänger zu erwischen.

 

Beim Bestimmen von Pflanzen sind mehrere Punkte wichtig: Aufbau, Form, Farbe und Anzahl der Blüten, der Geruch, das Aussehen des Blattstiels bzw. -stängels (kantig, gerillt, mehrfarbig, behaart, usw.) sowie die Eigenschaften der Blätter (Anordnung, Anzahl, Aussehen des Blattrandes, wie sie am Stängel wachsen usw). Nicht unwesentlich ist auch der Standort der Pflanzen, was Geruch und Aussehen betrifft.

 

Bärlauch und seine Doppelgänger


Jetzt im April ist Hauptsaison für das Sammeln von Bärlauch, einer der beliebtesten Wildpflanzen. Er hat jedoch mehrere Doppelgänger, deren Verzehr schnell zum Tod führen kann. Beim Sammeln ist daher besondere Vorsicht geboten und genau zu überprüfen, ob es sich nicht um das Maiglöckchen oder die Herbstzeitlose handelt. 


Das charakteristischste Merkmal des Bärlauchs ist sein intensiver Knoblauchgeruch, der einem in die Nase steigt, wenn man die Blätter zwischen den Fingern reibt. Im Gegensatz dazu sind Maiglöckchen und Herbstzeitlose relativ geruchsarm. Da es vorkommen kann, dass sich diese auf dem Feld oder der Wiese unter die Bärlauchpflanzen mischen, sollte man sie unbedingt auch optisch unterscheiden können. Der Bärlauch ist an seinen mattgrünen Blättern mit ihrem dünnen, dreikantigen Blattstiel erkennbar. Die Blattunterseite des Bärlauchs ist matt, die Oberseite glänzend. Die Blätter des Maiglöckchens sind dunkelgrün und fühlen sich ledrig an, wachsen paarweise oder zu dritt den Stängel umfassend aus der Erde. Die Blätter des Maiglöckchens glänzen an der Unterseite. Der Schaft am Stängel ist zudem rötlich-braun. Die Blätter der Herbstzeitlose wiederum wachsen zu mehreren aus einem Stängel und haben keinen sichtbaren Blattstiel, in der Mitte der Blätter (die auf beiden Seiten schimmern) sitzt eine Fruchtkapsel. Bärlauch wird unter anderem auch noch mit dem Gefleckten Aronstab oder wilden Tulpen verwechselt.

 

Beinwell und roter Fingerhut


Auch Beinwell hat einen gefährlichen Doppelgänger: den Roten Fingerhut. Sein Verzehr endet in der Regel tödlich. Beinwell hingegen werden Heilkräfte nachgesagt. Zu unterscheiden sind diese beiden Pflanzen nicht leicht. Beinwell hat abstehende, rauhaarige Blätter, die am Stängel bis zum nächsten Blatt herablaufen. Von der Form her sind sie breit und lanzettlich, laufen spitz zu und die Blattränder sind nicht gezähnt. Anders beim Fingerhut, dessen Blattränder weisen kleine, unregelmäßige Kerben oder Zacken auf. Die Blattoberseite beim Roten Fingerhut ist runzelig und dunkelgrün, die Unterseite grau und filzig.


Sobald die Pflanzen Blüten tragen, kann man sie zusätzlich unterscheiden, auch wenn beide violett leuchten: Die Blütenstände des Beinwells sind in sogenannten Doppelwickeln eingerollt und hängen nach unten, während sie beim Fingerhut in einer langen Traube blühen und nach unten auf eine Seite hängen. 

 

Wiesenkerbel und Schierling


Ein weiteres Pflanzenpaar, das sich zum Verwechseln ähnlich sieht, ist der Wiesenkerbel und der Gefleckte Schierling. Sie gehören beide zur Familie der Doldenblütler und besitzen helle Blüten und gefiederte Blätter. Wie der Name schon vermuten lässt, ist der Stängel beim Gefleckten Schierling mit rot-braun-violetten Flecken versehen, während derjenige des Wiesenkerbels nicht gefleckt ist. Der Stängel des Wiesenkerbels ist dafür gerillt und behaart. Ein weiteres Merkmal ist der Geruch. Während Wiesenkerbel würzig nach Kerbel riecht, wird der Geruch zerriebenen Schierlings mit Mäuseurin verglichen. Trotzdem ist beim Sammeln Vorsicht geboten, da Geruch und Aussehen auch vom Standort der Pflanzen abhängig sind.

 

Sauerampfer und Aronstab


Bei Sauerampfer und Aronstab sehen sich die Blätter zum Verwechseln ähnlich, deshalb ist hier genau auf die Details zu achten. Der Sauerampfer wächst eher auf Wildwiesen, der Aronstab bevorzugt lichte Laubmischwälder. Der Aronstab besitzt am unteren Ende des Blattes abgerundete Pfleilenden, beim Sauerampfer sind diese Stellen spitz. 

 

Heidelbeere und Tollkirsche


Immer wieder kommt es auch zu Verwechslungen zwischen Heidelbeeren und Tollkirschen. Schon wenige Früchte von Letzterer können tödlich sein. Die Pflanzen sind meist, aber nicht immer anhand ihrer Größe unterscheidbar: Während die Tollkirsche bis zu 2 Meter hoch werden kann, erreicht die Heidelbeere höchstens 60 Zentimeter. Die Blüten der Tollkirsche sitzen auf einem Stiel, die der Heidelbeere direkt an den Blattachseln. Die Früchte der Tollkirsche sind schwarz, glänzend-glatt und rund, während die der Heidelbeeren blau-schwarz sind und nicht glänzen. 

 

Lieber stehen lassen


Wer Wildkräuter sammelt, sollte sich gut damit auskennen. Ist nicht hundertprozentig sicher, ob es sich um eine ungiftige, essbare Pflanze handelt, diese lieber stehen lassen. Die genannten sind natürlich nicht die einzigen Wildpflanzen mit giftigen Doppelgängern. 


Pflücken sie nur jene Pflanzen, die Sie sicher bestimmen können. Am besten mit einer zweiten (kundigen) Person Sammeln gehen und zusätzlich ein Bestimmungsbuch mitnehmen. 

 

Beinwell
Beinwell
Sauerampfer
Sauerampfer
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All diese Pflanzen haben auch giftige Doppelgänger. Doch es gibt noch mehr Wildpflanzen, bei denen es genau hinzuschauen gilt, bevor sie gepflückt und verarbeitet werden. 

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