Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
„Unbeschreiblich. So etwas erlebt man in einem normalen Urlaub nicht. Dass man mit so vielen Menschen auf so unkomplizierte Weise in Kontakt treten kann, zeigt, wie der Glaube an Jesus Hunderttausende verbindet und Brücken schlägt“, erzählt der 23-jährige Lukas aus Eferding begeistert von seinen Erfahrungen beim Weltjugendtag in Portugal. Eva-Maria Janda (22) aus Kremsmünster beeindruckte die „so große Freude am Glauben“.
Neben zentralen Veranstaltungen wie Ländertreffen, Katechesen und Gottesdiensten mit dem Papst standen auch Musikveranstaltungen, Tanz, Theater und Sport-Turniere zwischen 1. und 6. August auf dem Programm.
Die 18-jährige Hannah aus Alkoven erlebte den jugendgemäß gestalteten Kreuzweg mit dem Papst am Freitag als die berührendste Feier, „vor allem wegen der Lebensgeschichten junger Menschen, die ihr Fallen und Aufstehen beschreiben und mit den Kreuzwegstationen in Verbindung gebracht haben“.
600.000 Jugendliche und junge Erwachsene hatten sich offiziell für den Weltjugendtag registriert. 1,5 Millionen Menschen nahmen an der Aussendungsmesse am Sonntag mit Papst Franziskus teil. Darunter waren 3.000 junge Österreicher:innen. Die Bischöfe Hermann Glettler, Wilhelm Krautwaschl, Josef Marketz und Stephan Turnovsky begleiteten die Reisenden. An drei Vormittagen gab es bei sogenannten „Rise-up-Meetings“ Gelegenheit zum intensiven Austauch der jungen Menschen mit den Bischöfen.
„Die Erfahrung von Weltkirche und das gemeinsame Beten mit mehr als einer Million junger Christen ist wirklich ein einzigartiges Ereignis“, erzählt der Theologiestudent Klemens Schobesberger aus Redlham.
Die erste Mega-Veranstaltung der katholischen Kirche nach der Coronapandemie feierte die gobale Gemeinschaft der Christ:innen über Grenzen hinweg, aber auch Bruchlinien und Herausforderungen wurden sichtbar.
Teilnehmer:innen mit Regenbogenfahnen wurden von anderen Teilnehmer:innen angepöbelt, die sich am Symbol der Solidarität für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt störten. Diskutiert wurde nicht nur über Klimawandel, Demokratie und soziale Gerechtigkeit, sondern auch über die Mitsprache von Frauen und systemische Ursachen von Missbrauch in der Kirche. Der Bund deutscher katholischer Jugend (BDKJ) zitierte jugendliche Stimmen: „Wir wissen nicht, wie lange das noch unsere Kirche bleiben kann, wenn sie sich nicht verändert.“
Den Weltjugendtag gibt es seit 1985, er findet circa alle drei Jahre statt. Dazwischen gibt es Weltjugendtage in den Diözesen. Das nächste internationale Treffen ist für das Jahr 2027 in Seoul in Südkorea geplant.
Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
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