Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
„Sehr zufrieden“ mit der Ernennung von Erzbischof Víctor Manuel Fernández zum Präfekten der Glaubensbehörde zeigt sich Kardinal Christoph Schönborn. Fernández sei ein „enger Vertrauter von Papst Franziskus“ und ein „gutes Zeichen“.
Fernández, früher Rektor der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien und jetzt Erzbischof der Erzdiözese La Plata, folgt auf den Jesuiten Kardinal Luis Ladaria Ferrer (79), der in den Ruhestand tritt. Papst Franziskus veröffentlichte mit der Personalentscheidung einen Brief an Fernández.
Damit will der Papst wohl den Akzent in der Glaubensbehörde verschieben. Er will, dass der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre wie alle katholischen Gläubigen „Rede und Antwort steht für unsere Hoffnung, aber nicht als Feind, der kritisiert und verurteilt“.
Franziskus möchte einen Werber für den Glauben, der realitäts- und lebensnah in Austausch mit der Welt tritt. Es soll einer sein, der sich nicht mit „Schreibtischtheologie“ zufriedengibt und in Glaubenssätzen Wichtiges von weniger Wichtigem zu unterscheiden weiß. Denn „die größte Gefahr entsteht, wenn sekundäre Themen die zentralen in den Schatten stellen“.
Diese Neukalibrierung der Glaubensbehörde ist im Licht der Kurienreform von Franziskus zu sehen. Alle Kurieneinrichtungen sollen auf die Glaubensverkündigung ausgerichtet sein. Wenn Philosophie, Theologie und Seelsorge respektvoll und in Liebe Hand in Hand gehen, so Franziskus, wird dies „die christliche Lehre wirksamer bewahren als jeder Kontrollmechanismus“.
Der in Rom lehrende österreichische Benediktinerpater Rektor Bernhard Eckerstorfer sieht in der Ernennung von Erzbischof Fernández eine klare Ansage. Der Papst mache „die Evangelisierung zur alles bestimmenden Priorität, ob bei Synoden oder Kurienreformen. Damit stellt er Weichen, die über sein Pontifikat hinaus die Zukunft bestimmen werden.“ Die österreichische Vatikan-Expertin Gudrun Sailer schätzt die Personalentscheidung ähnlich ein und meint, man könne „die Ernennung an der Spitze der Glaubensbehörde ermutigend finden“.
Zum Bild: Der am 18. Juli 1962 geborene Fernández schrieb als Ghostwriter viele Texte des Papstes. Nach der Priesterweihe 1986 spezialisierte sich Fernández an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom in Bibelwissenschaften und erwarb einen Doktortitel an der Katholischen Universität von Argentinien.
Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
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