Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
„The Holy Land Experience“ (Das Heilige Land hautnah) in Orlando (Florida) befand sich der weltweit erste religiös-spirituelle Freizeitpark. Kirchenzeitungs-Autorin Verena Brandtner besuchte den Park zwei Jahre nach seiner Eröffnung im Herbst 2003 für eine Reportage. Die Umsetzung erinnerte Brandtner dabei stark an Mickymaus und McDonald’s. Ausgeklügelte Inszenierung und modernste Technik versetzten die Besucher:innen in ehrfürchtige Kontemplation, beobachtete sie.
Zur Show gehörte, dass in Leinen gekleidete Schauspieler:innen die Gäste wie Einheimische mit „Shalom“ begrüßten. Andersartige Gerüche und fremde Speisen wie der „Goliath-Burger“ ließen das ferne Land spürbar werden. Im „Offenbarungszelt in der Wüste Sinai“ fanden sich die Besucher:innen unter den zwölf Stämmen Israels wieder und konnten Aaron bei seinen Opferungen beobachten. „Am Höhepunkt der Show fährt der Heilige Geist als donnernd tosende Rauchwolke in die Höhe, von Blitzlichtern begleitet. Begeistert ist das Publikum, wenn am Ende des Musicals dressierte weiße Tauben aus dem Grab in die Höhe steigen, um ihre Kreise zu ziehen. Amen-Rufe sind zu hören.“ Die Schauspielerin Maria sagte dazu: „Es ist fast so, wie in der Kirche zu sein. Nur macht es mehr Spaß.“
Gegründet wurde der religiöse Erlebnispark vom evangelikalen Verein „Zions Hoffnung“, der mit dem Projekt nicht nur auf Zustimmung stieß. US-Rabbiner störte die „Vermischung jüdischer und christlicher Elemente“. Wobei auch aus christlichen Reihen Kritik zu hören war: „Blasphemie“ und „kommerzielle Trivialisierung“ der Heiligen Schrift lauteten die Vorwürfe.
Die Begeisterung für die Bibelshow sollte bei dem Publikum jedenfalls nicht dauerhaft sein. 2021 schloss „The Holy Land Experience“ für immer seine Pforten.
Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
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