Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
2002 stellte US-Präsident George W. Bush eine neue Sicherheitsdoktrin vor. Darin behielten sich die USA das Recht vor, auch einen Präventivkrieg zu führen und Atomraketen einzusetzen.
Die Dominikanerinnen Ardeth Platte, Carol Gilbert und Jackie Marie Hudson hatten beschlossen, etwas gegen diese Bedrohung zu unternehmen, die von ihrem eigenen Land ausging. Mit einem Bolzenschneider schnitten die Schwestern, die sich als Reinigungstrupp verkleidet hatten, ein Loch in den Zaun des Militärgeländes und verschafften sich so Zutritt zu den Atomwaffensilos.
„Sie hämmerten auf das Silo ein, malten sechs Kreuze mit ihrem eigenen Blut und hielten einen Wortgottesdienst“, berichtete die Kirchenzeitung. Am Zaun befestigten sie zudem ein Plakat mit der Aufschrift „Schwerter zu Pflugscharen“ – eine Anspielung auf die alttestamentliche Prophezeiung bei Jesaja.
Danach warteten sie auf ihre Verhaftung. „Ich bedauere, dass unsere Regierung nach wie vor den Rest der Welt mit dem Einsatz von Atomwaffen bedroht“, sagte Sr. Carol Gilbert später beim Gerichtsprozess: „Ich bedauere außerdem, dass wir in einem Land leben, dessen Gerichte gemeinsame Sache mit der Regierung machen.“
Vor Gericht betonten die Ordensfrauen, dass Atomwaffen unterschiedslos Soldat:innen und Zivilist:innen töteten. Ihr Einsatz stelle also einen Verstoß gegen geltendes Völkerrecht dar.
Ein US-Geschworenengericht sprach die Friedensaktivistinnen wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ und Zerstörung von Regierungseigentum schuldig. Im Sommer vor 20 Jahren mussten sie ihre Haftstrafen antreten: Sr. Ardeth 41 Monate, Sr. Carol 33 Monate und Sr. Jackie Marie 30 Monate.
Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
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