Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
Das sizilianische Bergdorf Corleone galt 1998 als Hochburg der Mafia, die damals mächtigste Familie war sogar nach dem Dorf benannt. Doch Corleone wollte nicht länger Synonym für die Mafia sein und rief daher mehrere Projekte ins Leben. Man wollte „von der reinen Polizeiarbeit und dem bloßen Widerstand gegen die Mafia auf allgemeineres Engagement“ umsteigen, erzählte Bürgermeister Pippo Cipriani.
Um das Anwerben krimineller Organisationen zu verhindern, versuchte Corleone mit seinen 12.000 Einwohner:innen die Arbeitslosigkeit zu senken, vor allem bei Jungen. „Der Wille ist da“, bekräftigte Don Vincenzo Pizzitola, Pfarrer von Corleone. Es ging darum, „die Vergangenheit mit ihren traurigen Bildern abzuschütteln und tatkräftig eine bessere Zukunft aufzubauen“, erzählte er.
Kirchliche Initiativen hatten unter dem Slogan „die Mauer des Schweigens niederreißen“ ein Netzwerk geschaffen, in dem Sozial- und Umweltfragen gemeinsam gelöst wurden und es entstand eine Gemeinschaft, durch die die sogenannte „Omertà“ – das Schweigen über die Mafia – durchbrochen werden sollte. Religiöse Traditionen waren in Corleone tief verwurzelt, doch die Mafia sei auch ein Problem für die Kirche, erzählte Pfarrer Pizzitola.
Die Zusammenarbeit von Kirchen und politischen Einrichtungen in Corleone sei daher wichtig. Denn „so entwickeln sich viele Initiativen für das Leben im Dorf, aber auch darüber hinaus“, erklärte auch der Bürgermeister Pippo Cipriani. Eine dieser Initiativen hieß „Pole Position“ und sollte Jugendliche durch das Schaffen von Arbeitsplätzen und durch Beratungen von der Mafia fernhalten oder den Ausstieg aus der Organisation ermöglichen.
Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>