Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
Wo fängt das Salzkammergut an, wo hört es auf? Gehört etwa Vöcklabruck auch dazu, wie das Tourismusmarketing in Oberösterreich behauptet? Nach geografischen Maßstäben lässt sich diese Frage nicht eindeutig beantworten. Sprachlich funktioniert die Zuordnung etwas leichter. Wer ein Dialektwort wie „trüfön“ kennt, kann fast nur im Salzkammergut wohnen. Trüfön heißt in Ebensee, Bad Ischl oder Hallstatt so viel wie miteinander reden. Den gepflegten Tratsch fördert es bekanntlich, wenn es einen fixen Platz dafür gibt, und damit kommt das „Trüföbankl“ ins Spiel. Pastoralassistentin Birgit Thumfart will mit diesem kirchlichen Projekt den Austausch im öffentlichen Raum anregen. „Es ist mein Herzensprojekt. Es soll so wie früher die Hausbeng für spontanes Zusammensein im öffentlichen Raum da sein“, erklärt Birgit Thumfart. Bänke, Tische und Sitzliegen werden dafür im Zentrum von Ebensee gruppiert.
Ermöglicht und begleitet wird das durch EU-Mittel geförderte Projekt von der Pfarre Ebensee. 2019 hat Birgit Thumfart ihr Vorhaben gestartet. Also vor der Coronapandemie, die dem „Trüföbankl“ aber nochmals eine besondere Bedeutung gegeben hat. „Die Sehnsucht nach Austausch ist gerade jetzt groß“, erzählt Thumfart im Gespräch mit der KirchenZeitung.
Gefertigt werden die Teile des „Trüföbankls“ in der Lehrwerkstätte Buntspecht in Ebensee. Die angehenden Tischler wurden dafür von Anfang an in die Planung einbezogen. So war den Lehrlingen wichtig, dass die Sitzgelegenheiten als Blickfang ins Auge stechen und besonders gemütlich sind. Dass in die Tische eine Spielfläche integriert ist zum Mühlespielen und ein Gästebuch beim „Trüföbankl“ installiert wird, war ebenfalls eine Idee der Jugendlichen. Sie haben in den letzten Monaten aus dem Holz sibirischer Lärchen Werkstücke in hoher Qualität getischlert. „Für die Arbeit muss man genau und konzentriert sein“, ist der 17-jährige Adis Ibrahimovic, einer der Buntspecht-Lehrlinge, stolz auf das Endergebnis: „Wenn ich den Platz dafür hätte, würde ich mir diese Sitzgelegenheiten zu Hause auch gern aufstellen“, sagt er.
Voraussichtlich Ende Mai oder Anfang Juni soll das „Trüföbankl“ im Kaiserpark in Ebensee installiert werden, auf dem malerischen Plätzchen, wo der Langbathbach in die Traun fließt. Von Zeit zu Zeit werden dort in weiterer Folge Aktivitäten von Vereinen und Institutionen stattfinden. „Das können zum Beispiel Handwerker sein, die hier arbeiten und zum Mittun anregen“, meint Birgit Thumfart. Zudem schwebt ihr ein Speakers Corner vor, bei dem verschiedene Meinungen zu einem Thema zum Ausdruck kommen. Das „Trüföbankl“ in Ebensee wird übrigens nicht das einzige bleiben. Eine zweite Garnitur wird durch die Pfarren des inneren Salzkammerguts von Gosau bis St. Wolfgang wandern und Begegnung über Pfarr- und Gemeindegrenzen hinweg ermöglichen. «
Christian Landl ist Diakon und Seelsorger in den Pfarrgemeinden Schörfling, Weyregg und Steinbach am Attersee.
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