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In der Sprache der Dichter

Glaube

Vikar Elmar Simma ist ein Autor spiritueller Bücher, die lebensfördernd sind. In seinem neuesten Werk beantwortet er brennende Fragen aus seiner seelsorglichen Praxis.

Ausgabe: 06/2021
09.02.2021
- Wolfgang Ölz
Vikar Elmar Simma hat schon mehrere Bücher geschrieben. Die Sprache und ihre Bilder setzt er dabei sehr bewusst ein.
Vikar Elmar Simma hat schon mehrere Bücher geschrieben. Die Sprache und ihre Bilder setzt er dabei sehr bewusst ein.
© Katholische Kirche Vorarlberg

Das Alter vergleicht der 82-jährige Elmar Simma mit dem Ausblick, den ein Wanderer nach einem anstrengenden Aufstieg vor sich hat. Man kann vieles, das während des manchmal kräfteraubenden Bergsteigens wichtig war, getrost zurücklassen. Der lebenserfahrene Simma lächelt, wenn er sagt: „Man kann manches ein bisschen lockerer nehmen, mitunter zufrieden zurückschauen auf den Aufstieg und den Blick ins Weite auch genießen.“ Elmar Simma ist jedenfalls körperlich und geistig fit, und so schreibt er immer noch ein Buch nach dem anderen.

 

Dem Leben zulächeln, es lächelt zurück.

Bei Tyrolia gilt er als echter Bestsellerautor für Vorarlberg. In „Dem Leben zulächeln“, erschienen 2017, beschreibt er aus seinem eigenen humorvollen Naturell heraus unter anderem  das Herz als den Schlüssel der Welt. Dazu zitiert er Lyrik seiner Lieblingsdichterin Rose Ausländer, die schreibt: „Immer sind es die Menschen / du weißt es / Ihr Herz ist ein kleiner Stern / der die Erde beleuchtet.“ Das Buch „In den Nebel hinein“ von 2018 ist in Kapitel geteilt, die mit Zeitwörtern wie „beten“ und „verzeihen“, aber auch mit „sich ängstigen“ und „aushalten“ überschrieben sind. Elmar Simma beschreibt in diesem Buch, wie in unklaren und nebligen Situationen die Leser/innen mehr Durchblick bekommen können. In seinem neuesten Werk „Damit sich alles gut fügt“ hat der Priester Elmar Simma Fragen als Angelpunkt gewählt. Es handelt sich vor allem um jene brennenden Fragen, die ihm Menschen in seiner seelsorglichen Praxis gestellt haben. Da gibt es Lebensfragen, die den Sinn der Existenz thematisieren. Da gibt es Gottesfragen, die sich an die Erfahrung des Göttlichen herantasten. Und da gibt es Zukunftsfragen, die sich zum Beispiel damit beschäftigen, ob man sich aufs Älterwerden vorbereiten kann.

 

Verheutigung des Evangeliums

Elmar Simma ist ein Autor, der die Sprache und ihre Bilder – so wie die Dichter – sehr bewusst einsetzt. Dabei gibt es für ihn keinen Unterschied, ob er nun eine Predigt oder ein Buch schreibt. Die Forderung von der Verheutigung des Evangeliums, wie sie Papst Johannes XXIII. stellte, ist bei dem gebürtigen Rankweiler Programm. Für den langjährigen Jugend- und Caritasseelsorger sind viele der amtlichen Gebete zu abstrakt. Statt „Gott schenkt uns seine Gnade“ formuliert Elmar Simma lieber „Gott nimmt uns in seinen Arm“. Der Gründer der Hospizbewegung in Vorarlberg regt als Gedankenexperiment an, sich die Weihnachtskrippe als corona-überfüllte Intensivstation vorzustellen. Jesus wird an jenen Orten geboren, wo man es sich gerade nicht vorstellt, wo die Lage von geistiger und menschlicher Armut geprägt ist.

 

Kritischer Kommentar zur Sterbehilfe

Elmar Simma ist in seinen Büchern geprägt von den großen Psychologen wie Viktor Frankl, Erwin Ringel, C.G. Jung, aber auch von den großen Theologen Kurt Marti, Karl Rahner und Kardinal Franz König. Das neue Buch liest sich auch als kritischer Kommentar zur Erlaubnis der Sterbehilfe durch den Verfassungsgerichtshof vergangenen Dezember. Kardinal Königs Ausspruch „an der Hand, nicht durch die Hand eines anderen Menschen sterben“ ist in den Büchern Elmar Simmas verwirklicht.

Elmar Simma: Damit sich alles gut fügt.  Tyrolia Verlag, 173 Seiten, € 15,95.
Elmar Simma: Damit sich alles gut fügt. Tyrolia Verlag, 173 Seiten, € 15,95.
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