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„Hallo, hier spricht dein Leben!“ - Serie mit Melanie Wolfers 1/4

GLAUBENS_GUT

In der Serie "Echter leben - Wie ein Neubeginn gelingt!" zeigt Melanie Wolfers , wie man den Weg zu sich selbst findet. Die bekannte Autorin startet mit der Sehnsucht. 
 

Ausgabe: 40/2025
30.09.2025
Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit: die Sehnsucht nach einem Neubeginn.
Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit: die Sehnsucht nach einem Neubeginn.
© AdobeStock_William87_481354313

Die Arbeit stresst. Der Nachbar nervt. Die Liebe läuft im Leerlauf. Solche trüben Gedanken und Gefühle können den Wunsch wecken, das Alte hinter sich zu lassen und Neues zu wagen. Vielleicht lockt aber auch ein nächster Lebensabschnitt oder es tut sich eine unverhoffte Chance auf. Nichts erscheint so vielversprechend wie ein Neustart!


Die Sehnsucht nach einem Neubeginn zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Menschheit. Mythen, Märchen und Erzählungen der Religionen – sie alle handeln von Aufbrüchen: Aschenputtel will ihre Beschäftigung als Erbsenzählerin loswerden und kämpft gegen ihre Stiefmutter, um hinter dem Ofen hervorzukommen. Mose hängt seinen Job als Schafhirte an den Nagel, um sein Volk aus der Unterdrückung zu befreien.


Warum erzählen wir Menschen uns seit Jahrtausenden die Geschichte vom Neuanfang? Vielleicht, um Wegweiser an der Hand zu haben, wenn das Leben uns zu Abschied und Neubeginn ruft. Doch wie ruft das Leben?

 

Die Sehnsucht als Kompass


Manchmal klopft das Leben von innen her an. In solchen Momenten spüren wir: Es ist an der Zeit, dass ich die Sicherheit des vertrauten Zuhauses zurücklasse und Neues wage – etwa einen lang gehegten Traum umsetze oder meinem grau gewordenen Alltag neue Farbe verleihe. Ein anderes Mal wirft uns ein Ereignis aus der Bahn, und wir finden uns ungewollt im Neuland vor.


Doch so vielgestaltig der Ruf des Lebens auch ist: Auf einer tieferen Ebene fordert er immer auf, dass wir uns weiterentwickeln. Als Person wachsen. Und stets voranschreiten auf der Reise zu uns selbst.

 

Göttliche Kraft und Herzensstimme


In der christlichen Tradition spielt die Sehnsucht eine zentrale Rolle. Sie deutet diese als eine göttliche Kraft im Menschen. Die Sehnsucht ist die Herzens-Stimme, die jedem Menschen seinen Weg zeigt. Sie lässt uns nach unserer Aufgabe im Leben, nach unserer Bestimmung suchen. Sie weckt den Traum von einer besseren Welt und schickt uns auf den Weg, das Eigene dazu beizutragen. Steckt jemand in einer Krise, treibt die Sehnsucht ihn an: „Bleib nicht sitzen in deinem Elend, sondern steh auf und suche, was dir fehlt. Halte Ausschau nach dem, was dich gesunden lässt.“ Und auch, wenn alles gerade stimmig ist, so weitet die Sehnsucht einem das Herz, denn in diesem ist immer „Raum für mehr, für Schöneres, für Größeres“ (Nelly Sachs). Für mehr Liebe und Leben, Freude und Freundschaft, Friede und Gerechtigkeit …  Davon kann das Herz nie genug bekommen!


Für Glaubende ist „Gott“ das Wort für die immer größere und letztlich grenzenlose Wirklichkeit.

 

Sehnsucht treibt an


Die Sehnsucht als Herzens-Stimme, die antreibt, Vertrautes zu verlassen, um seinen eigenen Weg zu finden, bringt Bruder Andreas Knapp in seinem Gedicht wunderbar zum Ausdruck:

 

Abraham

 

stammvater
aus ur-zeiten

 

utopisches wetterleuchten im blut
sehnsuchtskompass gottweh

 

zähle die glühenden sandkörner
am nachthimmel

 

steck einen stern auf deinen wanderstecken
deine kindheit liegt dir erst noch voraus

 

nur im verlassen alles vertrauten
findest du heim

 

Buchtipp:

 

Melanie Wolfers, Andreas Knapp, Atlas der unbegangenen Wege. Eine Reise zu dir selbst. bene! Verlag 2025, 224 Seiten, € 24,70. 

Melanie Wolfers: Bestsellerautorin, Rednerin und erfahrene Pilgerin. Die  Salvatorianerin betreibt den Podcast „ganz schön mutig“ und moderiert im ZDF die  Talksendung „die letzte Bank“.
Melanie Wolfers: Bestsellerautorin, Rednerin und erfahrene Pilgerin. Die Salvatorianerin betreibt den Podcast „ganz schön mutig“ und moderiert im ZDF die Talksendung „die letzte Bank“.
© Ulrik Hözel
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