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Was glauben Sie eigentlich: Warum sollte man heiraten?

GLAUBENS_GUT

Moraltheologe Martin Lintner meint, dass es gute Gründe gibt zu heiraten. 

Ausgabe: 45/2025
04.11.2025
- Martin Lintner
© Jenny Kopp auf Pixabay

Zu meinen schönsten Erfahrungen in der Seelsorge gehören Ehejubiläen. Bei der Vorbereitung treffe ich mich mit dem Jubelpaar und lasse mir erzählen, wie sie sich kennengelernt haben; was sie empfunden haben, als sie sich ihre Liebe gestanden haben; wer von beiden der bzw. die Mutigere war und den ersten Schritt getan hat; was die schönsten Momente und die größten Herausforderungen in ihrer Ehe waren; was ihnen geholfen hat, beisammen zu bleiben, wenn sie sich miteinander nicht leicht getan haben.

 

Verschiedenste Menschen


Die Antworten sind meistens sehr geerdet und konkret. Die meisten Paare empfinden es als beglückend, dass sie trotz so mancher Schwierigkeiten beieinander geblieben sind, dass sie miteinander und aneinander gereift sind. 


Bei der Feier des Ehejubiläums kommen oft verschiedenste Menschen zusammen: Kinder und Enkel des Jubelpaares, die selbst eine Scheidung erlebt haben, in einer Patchworkfamilie leben oder ohne Trauschein zusammenleben. Es ist dann spannend zu spüren, wie sich alle mit dem Jubelpaar mitfreuen und dieses Beispiel einer langjährigen Ehe positiv wertschätzen, auch wenn sie selbst negative Erfahrungen gemacht oder Vorbehalte gegen die Ehe haben.

 

Trotzdem geliebt werden


Ich glaube, dass es viele Gründe gibt zu heiraten. Einer ist die Sehnsucht nach dem Glück, „von jemandem voll und ganz wahrgenommen und trotzdem geliebt zu werden“, wie es die Schriftstellerin Elizabeth Gilbert formuliert. Andere Gründe sind praktischer Natur, dass zwei Menschen, die in einer Partnerschaft leben, Pflichten und Rechte regeln, die sich aus der gegenseitigen Verantwortung ergeben – wie die finanzielle Absicherung, Unterhaltspflichten und Erbfragen, aber auch die Sorge für die Kinder.

 

Wie von Gott gemeint


Für gläubige Paare liegt ein Grund in der Hoffnung und im Vertrauen, dass eine gelingende Partnerschaft bei allen Höhen und Tiefen etwas erfahrbar macht von der Liebe Gottes zu uns Menschen, der mit uns durch dick und dünn geht. Treffend finde ich einen Satz von Fjodor Dostojewski, der gerne als Trauspruch verwendet wird: „Jemanden lieben heißt, ihn so zu sehen, wie Gott ihn gemeint hat.“

Martin Lintner
Martin Lintner
© Slouk
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Der Tod hat keine Macht
Wort zur zweiten Lesung _

Hannah Bilgeri MA ist Pastoralassistentin in Ausbildung in der Pfarre Bruder Klaus in Dornbirn Schoren.

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