Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.
Wenn eine Beziehung unheilbar zerrüttet ist, kann eine Scheidung aber eine Befreiung sein und einen Neuanfang ermöglichen. Paare, die sich auseinandergelebt haben und einander fremd geworden sind, können eine Scheidung als einen heilsamen Prozess erleben, sich selbst treu zu bleiben und zugleich den Partner oder die Partnerin freizugeben.
Die Kirche erkennt die Scheidung, das heißt die zivilrechtliche Auflösung einer kirchenrechtlich gültigen Ehe, nicht an. Die Unauflöslichkeit ist eine der Wesenseigenschaften der Ehe, allerdings nur unter der Bedingung, dass ein Paar nach der Hochzeit Geschlechtsverkehr hatte, weil die Gründung einer Familie zu den Zwecken der Eheschließung gehört. Ansonsten gibt es kirchenrechtlich die nachträgliche Feststellung der Nichtigkeit der Ehe von Anfang an, weil zum Beispiel notwendige Bedingungen für die Gültigkeit der Ehe nicht gegeben waren.
Allerdings räumt die Kirche die Möglichkeit der faktischen „Trennung von Tisch und Bett“ ein, wenn eine Beziehung unheilbar zerbrochen ist. Das heißt, dass zwei Partner getrennte Wege gehen können, das Eheband aber weiterhin aufrecht bleibt und sie somit keine neue Partnerschaft eingehen können.
Oft besteht die Meinung, eine zivilrechtliche Scheidung oder eine kirchenrechtliche Feststellung der Ehenichtigkeit bedeute, dass das gemeinsame eheliche Leben eines Paares für nichtig erklärt wird. Das stimmt nicht. Eine Beziehung prägt einen Menschen auch dann, wenn sie scheitert bzw. endet, sie gehört zu seiner Biographie.
In der Begleitung von betroffenen Menschen ist auch in der Kirche wichtig, ihnen zu helfen, diese Situation möglichst gut zu bewältigen. Heilsam kann es sein, wenn zwei Partner sich nicht im Streit und mit gegenseitigen Vorwürfen trennen, sondern im Respekt füreinander und in Dankbarkeit für das, was sie einander einmal bedeutet haben.

Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.

Birgit Kubik, 268. Turmeremitin, berichtet von ihren Erfahrungen in der Türmerstube im Mariendom Linz. >>
Jetzt die KIRCHENZEITUNG 4 Wochen lang kostenlos kennen lernen. Abo endet automatisch. >>