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Der Blick nach vorne

Das Feuer weitertragen

Glaube

Über 2000 Jahre hindurch ließen sich Frauen und Männer von der Botschaft und vom Leben Jesu begeistern und erzählten davon. Das gibt Mut für die Zukunft.

Ausgabe: 04/2022
25.01.2022
- Ingrid Penner
Feuer und Flamme: Ein schönes Bild, wenn Menschen für die Botschaft Jesu „brennen“.
Feuer und Flamme: Ein schönes Bild, wenn Menschen für die Botschaft Jesu „brennen“.
© Niederleitner

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …“ – schreibt Hermann Hesse.

 

Manchmal ist es ein inneres Ereignis, das Menschen entzündet, be-geist-ert und bewegt. Öfter noch aber sind es Begegnungen mit Menschen, die durch ihre Begeisterung das eigene Feuer weitergeben. Das Bild des Feuers scheint bereits im Alten Testament auf: Gott begegnet Mose im brennenden Dornbusch. Im Pfingstereignis entzündet sodann der Geist Gottes die Herzen der Jüngerinnen und Jünger. Feuerzungen und Brausen drücken eine große Dynamik aus. Die Christusbotschaft drängt hinaus. Das Feuer, das sie spüren, macht sie zu Apostelinnen und Aposteln, weil sie gar nicht anders können, denn: „Wovon das Herz überfließt, davon spricht der Mund.“ (Lk 6,45)

 

Paulus als ein „Feuerträger“

 

Ein inneres Offenbarungsgeschehen löst in Paulus einen Flächenbrand aus. Er setzt alles daran, die Christusbotschaft möglichst vielen Menschen nahezubringen. Er selbst ist davon so entflammt, dass er im Brief an die Galater schreibt: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.“ (Gal 2,20) 

 

Paulus trägt sein Feuer zu den Heiden und überschreitet damit eine religiöse Grenze. Ohne Berührungsängste holt er sie in ihrer Erfahrungswelt ab. Ein Beispiel dafür ist seine Rede am Areopag in Athen, ein bedeutender Versammlungsplatz für Redner und Philosophen. Die Inschrift „Einem unbekannten Gott“ nimmt er zum Anknüpfungspunkt für eine flammende Rede. Der ihnen unbekannte Gott ist der eine wahre Gott und Christus der von diesem Gott gesandte Retter. Realistisch stellt die Apostelgeschichte dar: Nicht immer springt der Funke über, nur einige lassen sich entzünden.

 

Auch Frauen verkündigen!

 

Die Apostelgeschichte erzählt auch von Frauen, die den christlichen Glauben annehmen und aktiv das Evangelium verkünden. Auf europäischem Boden begegnet Paulus gleich zu Beginn der Pupurhändlerin Lydia. Ihr Herz war schon bereit für das Feuer des Evangeliums. Sie lässt sich mit allen, die zu ihrem Haus gehören, taufen. Paulus und seinen Begleitern öffnet sie sogleich ihr Haus.

 

Eine Frau namens Priscilla stellt ebenfalls – zusammen mit ihrem Mann Aquila – ihr Haus als Versammlungsort für eine christliche Gemeinde zur Verfügung. Die beiden nehmen Paulus für eine Zeitlang bei sich auf. Nach seiner Weiterreise verkünden und lehren sie in Ephesus, z. B. den Judenchrist Apollos. Paulus grüßt Prisca (= Priscilla) und Aquila (und zwar in dieser Reihenfolge!) in seinem Brief an die Römer. Dort wird deutlich, wie sehr er sie schätzt. 

 

Damals und heute

 

Am Ende der Apostelgeschichte verkündet Paulus das Evangelium in Rom, und zwar „mit allem Freimut, ungehindert“. Selbst Gefangenschaft kann das innere Feuer nicht löschen. Auch heute braucht es Menschen, die nicht „die Asche hüten“, sondern das Feuer weitertragen, indem sie das Evangelium leben – und „mit Freimut, ungehindert“ davon erzählen: „Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt.“ (1 Petr 3,15) 

 

Apostelgeschichte

Impulse für die Kirche von heute – Teil 4

Ingrid Penner war langjährige Referentin im Bibelwerk Linz und ist in der biblischen Erwachsenenbildung tätig.

Ingrid Penner
Ingrid Penner
© Privat
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Maria Fischer studierte Theologie und Philosophie. Sie ist Pastoralvorständin der Pfarre TraunerLand in der Diözese Linz.

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