Ein neues Jahr, das mit einer Albumveröffentlichung von Bruce Springsteen eingeläutet wird, muss ein gutes Jahr werden, vor allem wenn der Boss nicht nur als Mahner und Kritiker auftritt, sondern schlicht als Meister seiner Zunft.
Ausgabe: 2014/013, Bruce Springsteen, CD, Musik
17.01.2014
- Klaus Rauscher
Mit „High Hopes“ scheint der Spaß an der Musik in den Vordergrund zu rücken. Das Werk ist eine Zusammenstellung aus Altbekanntem, Coversongs und neuen Kompositionen, die zusammen ein buntes Potpourri aus Blues, Soul und Gospel ergeben. Ohne seine E-Street-Band, dafür mit Tom Morello (ehemals Rage Against The Machine) stampft Springsteen einige laute Gitarrenkracher aus dem Boden. In „Ghost Of Tom Joad“ schillert Morello mit einem Solo für die Ewigkeit und „American Skin (41 Shots)“, das bislang nur auf einem Live-Album zu finden war, baut sich langsam zu einem bedrohlichen Monstrum auf, das einen nach sieben Minuten erschöpft in den Seilen hängend zurücklässt. Die größten Momente gehören allerdings Springsteen ganz allein, vor allem wenn er in der Ballade „Down In The Hole“ zu Banjoklängen den Geist von „I’m On Fire“ heraufbeschwört. Das Cover „Dream Baby Dream“ ist ans Ende des Albums gestellt und kommt als musikalisch reduziertes Kleinod daher – ein wundervolles Schlaflied. Wer glaubt, Springsteen sei ohne E-Street-Band den Pfifferling nicht wert, wird mit „High Hopes“ eindrucksvoll eines Besseren belehrt. Klaus Rauscher
- Bruce Springsteen – High Hopes (erschienen bei Columbia).