Maria Eichinger feiert ihren Namenstag am 2. Februar, früher Maria Lichtmess, jetzt Darstellung des Herrn. Die feministische Theologie hat ihr neue Sichtweisen auf Maria von Nazareth geöffnet.
Geboren als ältestes Kind in einer gläubigen Familie waren Namen und Namenstag klar: Maria soll sie heißen und am 2. 2., dem ersten Marienfeiertag nach der Geburt, hat sie Namenstag. Die Veränderungen durch das II. Vaticanum machten aus Maria Lichtmess die Darstellung des Herrn. Meinen Namenstag habe ich trotzdem beibehalten. Bis zu ihrem Tod dachte meine Mutter jedes Jahr an ihn und rief mich an. Ein lieber Kollege, dem ich davon erzählte, übernahm in den folgenden Jahren dieses Ritual, was mich sehr berührte. Bis in meine Jugendzeit tat ich mich schwer mit meinem Namen, gab es doch allzu viele Marias und das traditionelle Marienbild war von Demut und Ja-sagen geprägt. Erst durch die Auseinandersetzung mit der feministischen Theologie öffneten sich neue Sichtweisen auf diese junge Frau aus Nazareth. Seither trage ich meinen Namen mit Stolz und freue mich darüber, dass er so gegensätzliche Bedeutungen in sich vereint, wie „die Liebe“ und „die Widerspenstige/Ungezähmte“.