Wenig bekannte Berufsnischen aufzeigen, Rollenklischees durchbrechen und Menschen fragen, was ihnen ihre Arbeit wirklich bedeutet. Diese Ansprüche vereint das Foto-Projekt Human@work.
Ein Aha-Erlebnis nach dem anderen bescherte Christian Katzinger die Arbeit an dem Projekt human@work. „Immer wieder habe ich mir gedacht: Interessant, diesen Beruf gibt es also auch.“ Katzinger koordinierte die Fotoausstellung, in deren Mittelpunkt Menschen in ihren alltäglichen Jobs zu sehen sind. Flachsfaseraufbereiter für Öko-kleidung oder Cembalobauer sind zwei der bislang wenig bekannten Berufsnischen, die das Team um Web-Entwickler Katzinger teilweise selbst neu entdeckte und nun einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen kann. Katzinger: „Wir wollten nicht nur 08/15-Jobs porträtieren.“
42 Berufsporträts
Insgesamt 42 Menschen wurden bei ihrer Arbeit fotografiert und zu ihrem Beruf befragt: „Was bedeutet deine Arbeit für dich?“ Während die einen Geldverdienen stark in den Vordergrund stellen, ist es für die anderen der Spaß, den die Tätigkeit machen soll. Unter jedem der Fotos ist ein kurzes Statement zu lesen. Zum Beispiel sagt eine Altenfachbetreuerin: „Lachen ist die beste Medizin. Unsere Bewohner sind meine Zweitfamilie geworden und ich bemühe mich, das Leben für sie auch im Altenheim noch lebenswert zu gestalten.“ Für Jugendliche können die Porträts eine kleine Entscheidungshilfe sein. Die Fotos sollen zudem Lust auf eine Berufswahl abseits der ausgetretenen Pfade machen. Außerdem will human@work Rollenklischees bei den Berufen bewusst hinterfragen. So kommt ein Kindergartenpädagoge, eine Straßenbahnführerin und eine Glaserin in der Fotoausstellung vor. Ohne Bewertung stellt das Projekt angesehene und weniger beliebte Berufe vor. Die Porträts machen deutlich: Es müssen nicht immer die Überdrüber-Jobs sein, damit Menschen ihre berufliche Erfüllung finden. Paul Stütz
Am Dienstag, 25. Februar wird um 18 Uhr die Ausstellung „human@work“ im Pastoralamt Linz eröffnet. Es ist ein Projekt des Fachbereichs Lebenswelt Arbeit der Katholischen Jugend OÖ. Die Ausstellung kann an einen anderen Ort geholt werden. Infos dazu unter office@human-at-work.at
Weitere Fotos des Projekts, darunter auch ein Porträt eines Redakteurs der KirchenZeitung, gibt es unter www.kirchenzeitung.at/jugend zu sehen.