Der Valentinstag hat Kultcharakter. Diesem relativ neuen Festtag geht es aber gar nicht so unähnlich wie es Kirchenfesten geht. Ein
Leitartikel von Matthäus Fellinger.
Ausgabe: 2014/07, Valentinstag, Hl. Valentin
11.02.2014
- Matthäus Fellinger
Ein blindes Mädchen soll er geheilt haben. Für Liebespaare, die Schwierigkeiten gehabt haben, war er ein vertrauenswürdiger Ansprechpartner. Und Traurige hat er getröstet – mit einer Blume aus seinem Garten. Das sind Dinge, die man vom hl. Valentin von Rom erzählt. Sein Gedenktag ist inzwischen zu einem Festtag mit fast neuem kultischem Charakter geworden – und man braucht dabei mit Kirche nicht viel zu tun haben. Dabei geht es diesem neuen Festtag gar nicht so unähnlich wie es Kirchenfesten geht. Es ist die Blume, um die sich alles dreht, weniger das, was „durch die Blume“ geschieht: Helfen, Trösten, die Aufmerksamkeit. Da steht Valentins Blume in einer Reihe mit Schokoladenosterhase, Nikolaus und Weihnachtsmann in der Alufolie – mit dem Vordergründigen also. Anspruchsvoll wird die Sache, wenn man „durch die Blume“ zum Eigentlichen kommt: zum Gutmachen, Trösten. Zur Freude. Und irgendwann könnte man „durch die Blume“ auch wieder zum ursprünglichen Kern kommen: Wenn die alle wüssten, wie viel Religion in dieser Sache steckt: Um Liebende hat sich der Seelsorger Valentin gekümmert – um das Heiligste, das unter Menschen geschieht.