Lange hat sie sich gegen ein Smartphone gewehrt. Jetzt verbringt sie selbst unerwartet viel Zeit damit. Ein Unter uns von Brigitta Hasch.
Ausgabe: 2014/07, Unter Uns, Smartphone
12.02.2014
- Brigitta Hasch
Jetzt hat es mich also doch noch erwischt. Lange genug habe ich mich gegen dieses Ding gewehrt, habe mich über „wischende“ Zeitgenossinnen und -genossen lustig gemacht und mich über geistesabwesende – weil im Kastl nach Infos suchende – Mitmenschen geärgert. Die Vorteile des allgegenwärtigen, allwissenden und unvermeidbaren Superdings wurden mir in den letzten Jahren immer wieder angepriesen: „Da kannst du jederzeit deine Mails abrufen und beantworten“ – Will ich das überhaupt? „Du brauchst kein Navi mehr im Auto!“ – Das brauche ich sonst auch nur ganz selten. „Du kannst gleich ins Internet schauen und musst nicht warten, bis du zu Hause bist.“ – Bisher war mir das eigentlich zeitig genug. Wie gesagt, nun ist ES da. Seit zwei Wochen verbringe ich einen Gutteil meiner Freizeit damit, mich mit Einstellungen, Kennworten, Benutzerkonten, WLAN und mobilem Netz vertraut zu machen. Ich lade fleißig Kontakte, Bilder, Musik und Apps, wähle Hintergründe und individuelle Töne für meine Lieben – und vergesse in meinem Eifer fast aufs Einkaufen und Kochen. ICH, die noch vor kurzer Zeit über die ständige Tippslerei der anderen genörgelt hat! Meine Parole kann daher nur lauten: Reduzieren auf das Allernötigste.