Da geht es auch um Ängste, etwas zu verlieren, und um Rivalitäten. Kommentar zum Konflikt an der KTU Linz von Matthäus Fellinger.
Ausgabe: 2014/08, KTU, Konflikt, Rektor
18.02.2014
- Matthäus Fellinger
Die Spannungen an der Katholisch-Theologischen Universität Linz sind vielschichtig. Gerade in einem Umstrukturierungsprozess geht es um viel – und es spielen nicht nur Sachverhalte, sondern vor allem das Menschliche eine entscheidende Rolle. Man darf es ruhig benennen: Da geht es auch um Ängste, etwas zu verlieren, und um Rivalitäten. Irgendwann wird dann nicht mehr miteinander, sondern übereinander geredet. In den zum KTU-Konflikt gegebenen öffentlichen Erklärungen war von den Studierenden selbst kaum die Rede. An einer Universität sind sie jedoch die Hauptpersonen. Was nützen erweiterte Studienmöglichkeiten, wenn es an Studierenden mangelt? Dass es im letzten Herbst einen deutlichen Rückgang an Erstsemestrigen gegeben hat, mag auch andere Gründe haben – in keinem Bereich der Kirche ist es leicht heutzutage. Hellhörig sollte es machen. Die Kirche braucht junge, gut ausgebildete Leute, die mit Herz dabei sind. Die Gesellschaft braucht den Dialog mit Theologie. Die Diözese braucht einen Denkort. Universitäten sind Orte und Schulen des Gesprächs. Da kommt es nicht nur darauf an, wer recht hat, sondern wie das geschieht.