Zeitungsbeilagen, Fernsehdokumentationen, Bücher: 1914, 1934, 1939, 1989 – das Jahr 2014 ist ein starkes Erinnerungsjahr. Gibt es ein Lernen aus der Geschichte – oder ist es so, wie manche behaupten: dass die Menschen immer wieder zurückfallen in die Rohheit der Gewalt? Es gibt Verhaltensweisen, von denen man sagt, sie wären einem Menschen angeboren. Irgendwie – und man kann gar nicht sagen, warum – entwickelt ein Mensch Fähigkeiten, die staunen lassen. Die Familie, überhaupt, die Umgebung, aus der jemand kommt, haben ihn geprägt, haben sein Vertrauen stark gemacht. Vielleicht ist es auch mit der Geschichte so – und dem Frieden. Die immer wieder gemachte Erfahrung , dass Gewalt nichts löst, sondern Leid bringt – sie prägt Menschen. Die Opfer der Geschichte sind dann nicht umsonst, wenn man ihrer Erfahrung Raum in der eigenen Zeit gibt – dass sie doch nicht umsonst gelitten haben. Mehr und mehr wird so der Wille zum Frieden dem Menschen angeboren sein. Im Erinnerungsjahr 2014 kommt es nicht darauf an, wie viel man über die früheren Ereignisse weiß, sondern wie sehr man sie an sich selbst heranlässt – und sie weiterträgt.