Am 22. Februar wird Papst Franziskus 19 neue Mitglieder in das Kardinalskollegium aufnehmen. Einer von ihnen ist der philippinische Erzbischof Orlando Quevedo, ein exponierter Vertreter einer Kirche
der Armen und der Basisgemeinden.
Ausgabe: 2014/08, Quevedo
18.02.2014
- Hans Baumgartner
Nein, er ist keine „imposante Erscheinung“, sondern ein eher kleiner, freundlicher und humorvoller älterer Herr. Doch wenn er von seiner Vision einer Kirche der Armen spricht, von den vielen kleinen Basisgemeinden in seiner Diözese, vom Kampf der Ureinwohner“ (Indigenas) ums Überleben und von der rücksichtslosen Ausbeutung und Umweltzerstörung durch Bergbaukonzerne und internationale Holzfirmen, dann merkt man, da ist einer mit einem großen Kämpferherz. Das braucht er auch, denn als Erzbischof von Cotabato sitzt Orlando Beltran Quevedo (74) in einer der ärmsten Regionen der Philippinen und im Zentrum der seit 25 Jahren umkämpften „Autonomen Region Muslimisches Mindanao“.
Konsequent
Mit 17 Jahren trat der auf der philippinischen Hauptinsel Luzon 1939 geborene Orlando Quevedo den „Missionsoblaten“ (OMI) bei, wurde zum Studium in die USA geschickt und übernahm mit 31 Jahren als erster Filipino die Leitung der Notre Dame University in Cotabato. Kurz darauf brach der Bürgerkrieg zwischen muslimischen (Ur-)Einwohnern und der Regierung aus. 1980 wurde er Bischof von Kidapawan auf Mindanao. Und obwohl 70 seiner Mitarbeiter/innen von Söldnern des Diktators Ferdinand Marcos ermordet wurden, hörte er nicht auf, für Friede und Versöhnung zu arbeiten und für die Rechte der Indigenas einzutreten. Als er 1998 Erzbischof von Cotabato wurde, begann er nach einer großen Pastoralversammlung die Diözese konsequent zu einer Kirche der Armen umzubauen, die sich in kleinen Basisgemeinden von 15 bis 25 Familien von unten her organisiert.