„Wir haben uns in die biblische Stimmung reinfühlen können“
Die Schwestern Eva Maria (23) und Katharina Spaller (19) aus Ried in der Riedmark waren bei der Diözesanwallfahrt nach Israel im Februar mit dabei. Sie berichten über Gänsehaut-Feeling in der Geburtsgrotte, Glaube als Gemeinschaftserlebnis und die Armut der Palästinenser.
Ausgabe: 2014/09, Diözesanwallfahrt, Spaller, Israel
26.02.2014
- Paul Stütz
Geburtsgrotte, See Gennesaret oder der Jordan. Die Original-Schauplätze mit den Augen Jesu zu sehen ist faszinierend, findet Eva Maria Spaller. „Es ist nicht so, dass ich deswegen mehr glaube, aber ich habe mich in die biblische Stimmung reinfühlen können“, erzählt die 23-jährige Studentin, die mit ihrer Schwester Katharina (19) und rund 40 weiteren jungen Erwachsenen Teil der Jugendgruppe der Diözesanwallfahrt war. „Wenn man als Reisende in Israel an den Hängen den Senf blühen sieht, wird das dazu passende Gleichnis vom Senfkron gleich konkreter begreifbar“, geben die Schwestern ein Beispiel.
Mehr als Bomben und Gaza
„Wir waren jeden Tag geflasht: Wir waren zuvor noch nie am Toten Meer, noch nie in der Wüste. Die Liste lässt sich lange fortsetzen“, grinst Eva Maria. Eine gut organisierte Wallfahrt, aber auch ein Hauch von Abenteuertrip eben. Gänsehaut-Feeling hat bei Katharina und Eva Maria ausgelöst, dass die Jugendgruppe in der Geburtsgrotte „Stille Nacht“ gemeinsam gesungen hat. Oder der atemberaubende Blick vom Berg Arbel auf den See Gennesaret, als die Jugendlichen gemeinsam Bergmesse feierten. Wenn man einmal dort sei, weite sich der Blick auf Israel: „Es ist mehr als Bombenabwerfen und Gazastreifen“, sagt Eva Maria.
Nahost-Konflikt
Natürlich war der Konflikt zwischen Israel und Palästina dennoch ein Dauerthema auf der Diözesanwallfahrt. „Die israelischen und palästinensischen Reiseleiter haben uns von ihrer jeweiligen Sicht der Dinge überzeugen wollen. Jede Seite hat ihre Berechtigung“, sagt Eva Maria diplomatisch. Besonderen Eindruck hat auf die Jugendlichen jedenfalls gemacht, dass die Armut der Palästinenser sehr groß ist. Was allein daran deutlich wird, dass die Leute verzweifelt sind, wenn sie krank werden, weil ihnen die Versicherung dazu fehlt. Nicht zuletzt haben Eva Maria und Katharina die Wallfahrt als Bestärkung im Glauben erfahren. Die Bevölkerung in Israel, egal ob Juden, Muslime oder Christen, bekenne sich mehr zum Glauben als das bei uns üblich sei. Katharina: „Es ist toll, wie wir in Israel gemeinsam den Glauben erleben konnten.“