Zum Gedenken an unsere liebe Schwester Alfreda Lugstein CPS. Sie starb am 19. Februar 2014 in Ixopo/Südafrika.
05.03.2014
"Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich Euch.“ Johannes 20:21
Sr. Alfredas Jugenderlebnisse, sowie auch ihre späteren Lebenserfahrungen gaben ihr eine unerschütterliche Gewissheit, dass Gott sie zum Ordens- und Missionsleben berufen hatte.
Sr. Alfreda, Maria Lugstein, wurde am 12. Januar 1933 in Fornach, Vöcklabruck in Oberösterreich als das einzige Kind der Eheleute Maria und Franz Lugstein geboren. Ihr Vater wurde zum Militärdienst im Zweiten Weltkrieg eingezogen. Am 9. Oktober 1944 wurden er und seine Kameraden durch einen Tiefflieger getroffen und getötet. Ihre Mutter stand nun allein da mit ihrem Kind. Nach ihrem Volkschulabschluss (1947) entschied sich Sr. Alfreda dazu, ihrer Mutter finanziell beizustehen. In den nächsten elf Jahren arbeitete sie bei drei benachbarten Bauern. Sie erwarb sich nicht nur gute Kenntnisse in der Landwirtschaft und in der Führung eines Haushaltes, sondern auch die Freundschaft der Familien für die sie arbeitete.
Gott und der katholische Glaube gaben Sr. Alfreda Halt in den traumatischen Kriegserlebnissen und schweren Nachkriegsjahren. Sr. Alfreda und einige Freundinnen schlossen sich dem Katholischen Jugendverband an. Fünf ihrer besten Freundinnen wurden Ordensschwestern in Österrreich. Sie selber entschied sich, in unsere Kongregation einzutreten. Anstoss dazu gab ihr das Buch: „Der Rote Rock“ von Eva Maria Kremer.
Schweren Herzens gab ihre Mutter die Erlaubnis, ihren Ordensweg am 3.Februar 1958 in Wernberg zu beginnen. Am 3. Mai des folgenden Jahres 1959 wurde sie ins Noviziat aufgenommen. Sieben Tage später starb ihre Mutter. Dies war ein schwerer Schlag für Sr. Alfreda. Jedoch kamen ihr die Familien ihrer früheren Arbeitgeber zur Hilfe und „adoptierten’ sie sozusagen, indem sie ihr das Versprechen gaben, dass sie jederzeit im Heimaturlaub in ihren Familien willkommen sei. 1960 legte sie ihre Erste Profess ab und wurde 1962 nach Südafrika ausgesandt. 1963 legte sie ihre Ewige Profess ab.
Sr. Alfreda war eine vielseitig begabte Schwester, die sich leicht anpassen konnte. So erlernte sie sehr schnell nicht nur Englisch, sondern auch Zulu. Ihre Zulukenntnisse kamen ihr zu Gute im Umgang mit den Angestellten, die ihr anvertraut waren, und den Leuten. Da sie eine gute Köchin war, verbrachte sie die ersten dreißig Jahre (1962-1992) in den Küchen der Mariannhiller CPS und CMM Institutionen und Missionen: in der Monastery, im Konvent Mariannhill, im Christkönig Krankenhaus in Ixopo, im Herz Jesu Heim, Ixopo und auf der Kevelaer Mission.
1993 übernahm sie die Verantwortung für den Missionsladen, den Garten und den Hühnerhof der Kevelaer Mission, ein großer Wallfahrtsort, zu dem jährlich tausende Pilger zur Wallfahrt kommen. Auch halten verschiedene katholische Vereine ihre Zusammenkünfte dort. Sr. Alfreda liebte den Kontakt mit den Leuten, die zum kleinen Laden kamen, um etwas zu kaufen, oder sich bei ihr das Herz auszuschütten. Dies war besonders akut in den Zeiten der Freiheitskämpfe und des Umbruchs vor 1994.
Als die Schwestern im Jahre 1999 von der Kevelaer Station zurückgezogen wurden, übernahm Sr. Alfreda den großen Gemüsegarten und die Apfelsinenplantage im Herz Jesu Heim, Ixopo. Zweimal wöchentlich fuhr sie ins kleine Städtchen Ixopo, zum Einkaufen und die Post zu holen. Sr. Alfreda war die bekannteste CPS Schwester in Ixopo, da sie immer offen für ein Gespräch war. Durch ihre Menschenfreundlichkeit gewann sie viele Freunde.
In der Schwesterngemeinschaft war Sr. Alfreda sehr unterhaltsam, immer hilfsbereit und opferbereit. Sie war ein offener und ehrlicher Mensch und scheute sich nicht, ihre Meinung in einer Diskussion zu vertreten.Trotz ihrer vielseitigen Beschäftigung fand sie Zeit zur täglichen Anbetung.
Es war für uns ein Schock, von ihrem plötzlichen Tod zu hören. Sie starb bei einem Autounfall, als sie zusammen mit Sr. Ruth Mary nach dem Einkaufen in Ixopo zum Herz Jesu Heim zurückfuhr.
Danke, Sr. Alfreda, für Deinen Missionseifer. Mögest Du bei Gott in ewiger Glückseligkeit ruhen.
Kongregation der Missionsschwestern vom Kostbaren Blut, Provinzialat Mariannhill in Südafrika