Durch den mehrfachen Bruch internationalen Völkerrechts provoziert Wladimir Putin die Welt, und da vor allem den demokratischen Westen, Position zu beziehen.
Ausgabe: 2014/10, Putin, Ukraine, Russland
05.03.2014
- Hans Baumgartner
Während Wladimir Putin im Österreich-Haus seinen „alten Freund“ Karl Schranz herzlich umarmte und sich in Sotschi als charmanter und perfekter Gastgeber der Olympischen Spiele feiern ließ, bereiteten seine politischen und militärischen Helfershelfer bereits die Annexion der Halbinsel Krim vor. Und in dem ebenso absurden Falsch-Spiel mit der „bedrohten“ russischen Bevölkerung, der Ausgabe von Pässen und den russischen Soldaten ohne Hoheitsabzeichen erweist sich Putin nicht als der große politische Player, der er gerne wäre, sondern als lupenreiner Ex-KGB-Trickser. Jemand, der seine großrussischen Muskelspiele hinter einer derart konstruierten Nebelwand zu verbergen versucht, kann nur auf die manipulierte Öffentlichkeit im eigenen Land schielen; denn der Rest der Welt glaubt ihm diese Spielchen nicht – auch wenn es im Westen immer noch einige Politiker gerne täten. Durch den mehrfachen Bruch internationalen Völkerrechts provoziert Wladimir Putin die Welt, und da vor allem den demokratischen Westen, Position zu beziehen. Und das nicht nur mit mehr oder weniger scharfen Worten, sondern auch mit konkreten Taten, die der unter Opfern erkämpften Demokratie in der Ukraine wirtschaftlich und politisch auf die Beine helfen. Die wichtigste Antwort der Welt auf russische Macht- und Drohgebärden ist die entschlossene und rasche Hilfe für die Ukraine und ihre Bevölkerung. Das ist der „Elch-Test“ für den Westen. „Zuerst kommt das Fressen (sprich Geld!) und dann die Moral“ (Bert Brecht). Aber vielleicht gibt es ja auch in westlichen Staatskanzleien eine Maidan-Erfahrung, die der Moral Beine macht? Die Ukrainer/innen hätten es verdient.