Wie gelb soll der Eidotter sein, Köpfen oder Klopfen und warum wird ein Silberlöffel schwarz? Ein Unter uns von Brigitta Hasch.
Ausgabe: 2014/13, Dotter, Ei, Ostern
26.03.2014
- Brigitta Hasch
Es ist längst sprichwörtlich geworden, das Eigelb, auch das oder der Dotter (laut Duden ist übrigens beides erlaubt). Die Redensart wird meist im negativen Sinn verwendet: Wenn eine Sache nicht das Gelbe vom Ei ist, gibt es sicher noch etwas, das deutlich besser und erstrebenswerter ist. „Dottergelb“ ist erfahrungsgemäß keine eindeutige Farbdefinition (außer im Malkasten der Kinder). Genaueres zum Eier-Innenleben erfahren wir aber erst, wenn wir es aufschlagen. Die Amerikaner/innen lieben sehr helle Dotter, europäische Kund/innen bevorzugen dunkle, fast orange Dotter. Bei Nicht-Bioeiern wird da gerne mit synthetischen Farbstoffen geschummelt. Ein Bio-Eidotter gibt hingegen Auskunft über die Nahrung der Hühner. Je mehr Weizenkörner, desto heller. Je mehr Mais, desto dunkler. Köpfen oder Klopfen? Beim Öffnen eines gekochten Eies scheiden sich die Geister. Was aber dem Genuss des Dotters nachweislich schadet, sind Silberlöffel. Das liegt daran, dass beim Kochen im Ei Schwefelwasserstoff freigesetzt wird. Dieser reagiert mit dem Silber, es entsteht Silbersulfid und der Löffel läuft schwarz an. Löffeln Sie also besser mit Horn, Knochen, Plastik – oder ganz edel: Perlmutt. Ich dachte, so knapp vor Ostern sollte ich Ihnen dieses Eier-Wissen nicht vorenthalten.