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Jugend macht mobil

Jeder will den Führerschein. Danach sind die Öffis out
Ausgabe: 1999/34, Führerschein
24.08.1999
- Kirchenzeitung der Diözese Linz, Peter Zechmeister
Der Drang zur Unabhängigkeit bringt Jugendliche dazu, so früh als möglich den Führerschein zu machen. Mit eine Rolle spielen unpassende Fahrzeiten bei den öffentlichen Verkehrsmittel.

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen erwirbt während ihres 18. Lebensjahres den Führerschein. Mit 19 besitzen den rosa Zettel schon 80 Prozent. Jeder Zweite nennt in diesem Alter ein Auto sein Eigen, schreibt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) in einer heuer erschienenen Ausgabe seiner Zeitschrift zum Thema „Jugend und Mobilität“. Auch die Nutzung der verschiedenen Verkehrsmittel ändert sich in diesem Alter schlagartig. Drei Viertel ihrer Wege legen Jugendliche unter 18 Jahren auf umweltfreundliche Art zurück. Sie gehen zu Fuß, fahren Rad oder benutzen die öffentlichen Verkehrsmittel. Die um zwei Jahre älteren, sitzen bereits bei deutlich mehr als der Hälfte ihrer zurückgelegten Strecken selber hinter dem Lenkrad. Das Risiko, bei einem Unfall verletzt zu werden, ist für sie dabei sieben mal so hoch als für Erwachsene. Trotzdem könnte die Gefahr, im Straßenverkehr zu sterben halbiert werden, sagt der VCÖ mit Hinweis auf die Niederlande.

Welche Verkehrsmittel Jugendliche wählen, hängt stark vom Elternhaus ab. Je mehr Autos im Haushalt, desto weniger benutzen sie den öffentlichen Verkehr. Kinder übernehmen von den Eltern deren Verkehrsverhalten. Auch die Lehrer sind kein gutes Vorbild, was die umweltfreundliche Anreise zur Arbeit angeht. Weniger als zehn Prozent kommen mit den „Öffis“ in die Schule.
Je kleiner die Stadt oder die Gemeinde, desto eher fühlen sich Jugendliche in ihrer Mobilität eingeschränkt. Als Hauptgrund geben sie an, dass die öffentlichen Verkehrsmittel nicht zur gewünschten Zeit fahren. Doch die Verkehrsunternehmen können noch mehr tun. Jugendliche sind Stammkunden und verdienen auch eine Behandlung als solche. Weiters regt der VCÖ an, Marken aufzubauen. Zum Beispiel indem Verkehrsbetriebe Jugendliche zu Clubmitgliedern mit diversen Vergünstigungen machen.
Appell an die Politik: Jugendliche sollten sich bei der Verkehrsplanung beteiligen können. Denn sie wissen selbst am besten welche Bedürfnisse sie haben.
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