Augustina Lumentut ermutigt mit einfachen Worten die Gläubigen von Tentena. Und ihr Talent, auf Menschen zu hören, teilt sie mit Frauen in ihrer Bibelmeditation zum Weltgebetstag am 3. März.
„Wir geben unsere Visionen nicht auf, auch wenn der Zeitgeist die alten Weisheiten hinwegfegt.“ Zwar haben in Indonesien viele am Text zum Weltgebetstag der Frauen mitgearbeitet, doch dieser Satz könnte wörtlich von Tina Lumentut kommen. Denn zu den Stärken der 63-Jährigen gehört es, sich von Visionen leiten zu lassen. Und die alte Weisheit – das ist ihr Leben als Minehasa, dem Volk in Nordsulawesi, und als Tochter von Elisaba und Ferdinand. Den Urwaldprediger vor Augen, wollte auch Tina Pfarrerin werden. Als Dienstmädchen biss sie sich durch, schaffte das Studium mit gutem Erfolg. 1959 wurde sie zur Pfarrerin der evangelischen Kirche in Zentralsulawesi ordiniert. Ihr seelsorgliches Geschick, unerschütterliches Gottvertrauen und eine prophetische Stimme kennzeichnen die „Karriere“ der Theologin der kleinen Leute.
„Ibu pendeta“ – wie sie ehrfurchtsvoll angesprochen wird, war erste Frauenreferentin des Indonesischen Kirchenrates, dann Bischöfin und Mitglied im Zentralkomittee des Weltkirchenrates in Genf. Und als „goldene Gelegenheit“ bezeichnete es die Frau mit dem dichten schwarzen Haar, dass sie am 6. Mai 1998 bei der Asiensynode in Rom vor dem Papst und den katholischen Bischöfen über ihre Sicht der Frauen in Asien sprechen könnte.