BRIEF_KASTEN
Wohin wird sie heute gehen
unsre Welt, so viel geschieht,
jeden Tag wir Bilder sehen,
täglich man das Unheil sieht.
Hier, da drüben Menschen fliehen,
weil das Unheil sie vertreibt,
sie in andere Länder ziehen,
wo sie nicht ein Krieg zerreibt.
Diktatoren, ach so viele,
hier und dort und überall,
allesamt mit einem Ziele,
Beifall ernten und Metall.
Auszubeuten all die Länder,
jedermann in Beutel rafft,
selbst von fernsten Weltenrändern,
kriegerisch das locker schafft.
Würde Gott das auch gefallen,
zornig werden auch fürwahr,
ließe er die Menschheit fallen,
blieb ihm nur die Engelschar?
Oder würde er innig sagen: „Menschen,
macht die Erd nicht untertan,
lasst die Liebe in euch fluten,
mich im Gold nicht spiegeln kann.
Wärme möchte ich auch haben,
sie in vielen Häusern fehlt,
ich brauch keine Opfergaben,
für mich all das Geld nicht zählt.
Was soll ich mit eurem Rennen
um die Schätze dieser Welt,
die ich selbst nicht kann benennen,
all das meine Welt entstellt.
Um die Schöpfung zu zerreiben,
sind euch alle Mittel recht,
ihr zerschlagt die Erd in Scheiben,
und zerbombt sie im Gefecht.
Was soll euch das Gutes bringen,
wenn die Gräben tief hinab,
und dort sucht nach edlen Dingen,
irgendwas im tiefen Grab.
Glaubt ihr denn, ich kann erneuern,
jederzeit und überall,
wenn die Gier euch nur befeuert,
und sie endet im Zerfall?
Ihr braucht mich dann nie mehr fragen,
lieber Gott, mach sie gesund,
unsere Erd in sieben Tagen,
mach sie wieder schön und rund.
Wohin soll die Welt denn gehen,
jeden Tag so viel geschieht,
jeden Tag das anzusehen,
selbst das mir die Kraft entzieht.
Müsst ab nun euch selber fragen,
wie man macht die Erd gesund,
ich seh nach in sieben Tagen,
ob sie wieder schön und rund.
Werde nun mit denen fliehen,
die das Unheil auch vertreibt,
werde zu den Menschen ziehen,
in das Boot, das draußen treibt…“
BRIEF_KASTEN
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