So manche Meldung in den Nachrichten, die für die einen belanglos ist, versetzt andere in Aufruhr. Konkret: Die Ankündigung vom vergangenen Wochenende, dass ab Sonntag bei den ÖBB kein Stein mehr auf dem anderen bleibt, haben sicher viele nicht einmal mit einem gelangweilten Gähnen quittiert. Für eine bestimmte Gruppe – außer den Eisenbahnern – stellte diese Nachricht nichts weniger als eine infame Drohung dar: die Bahnpendler.Der Wochenend-Friede war dahin, als am Samstag die Meldung kam, dass bei den ÖBB vieles anders, vieles neu werden soll. Man hatte schließlich alte Gewohnheiten lieb gewonnen. Und jetzt plötzlich Fragen über Fragen: Fährt mein Zug noch zur selben Zeit? Auf dem selben Bahnsteig? Fährt er überhaupt noch? Brauche ich ein neues Ticket? Muss ich Aufschlag zahlen? Schnell ins Internet, das aber auch keine befriedigenden Antworten liefert.„Verbesserungen gibt es auf der Westbahn“, heißt es lapidar.Dann ist Montagmorgen. In banger Erwartung betrete ich den Bahnhof. Die erste Neuerung: Mein Zug heißt nicht mehr „Liechtenstein Museum“, sondern „Superfund“. Das verkrafte ich. Dann streift mein Blick den Monitor: „Zug ist 15 Minuten verspätet“. Erleichterung. Ich atme durch. Alles beim Alten.