Ausgabe: 2005/50, Kopf der Woche, Piringer, Alleinerziehende, Plattform für Alleinerziehende
14.12.2005
Seit Donnerstag kämpft eine neue Plattform gegen die wachsende Armut von Kindern, die in Alleinerzieher/innen-Haushalten leben. Ingrid Piringer (65) ist die Sprecherin.
Seit drei Jahren ist die Tullnerin Ingrid Piringer Vorsitzende der Österreichischen Plattform für Alleinerziehende (ÖPA). Und weil sie mit ihren Forderungen gegen die zunehmende Verarmung von Alleinerzieher/innen-Haushalten bei der Politik bisher kein Gehör fand, holte sich starke Verbündete ins Boot und gründete mit ihnen die Plattform „Recht des Kindes auf Unterhalt“ (Siehe Panorama).
Selbst betroffen. Ingrid Piringer gehörte zu den Ersten, die vor mehr als 20 Jahren im Umfeld der Katholischen Frauenbewegung (kfb) Angebote für Alleinerzieher/innen (Treffen, Seminare, Urlaube etc.) organisiert hat. Als ledige Mutter ist sie selber eine Betroffene und rechnet es der kfb-Wien hoch an, dass sie vor 35 Jahren dem Druck kirchlicher Amtsträger widerstanden und sie nicht vor die Tür gesetzt hat. „Alleinerziehende zu begleiten, ihnen Orte der Begegnung und praktische Hilfen anzubieten und zu erleben, wie sie in einer offenen Atmosphäre einander zum Halt werden, ist eine sehr erfüllende Aufgabe“, erinnert sich Piringer an ihre aktive Zeit an der Wiener Kontaktstelle. „Mich hat aber auch immer die politische Seite interessiert. Die ÖPA, die zunächst als loses Netzwerk begann, war dafür eine gute Plattform. Mit Mitstreiterinnen wie Elfriede Wohlschlager aus Linz fühlte ich mich weit nicht mehr so alleine.“ Stolz ist Piringer u. a. darauf, dass es ihnen gelungen ist, das Rainbow-Programm für Kinder nach Trennungen in Österreich aufzubauen. Dass sich Ingrid Piringer ehrenamtlich weiter für Alleinerziehende einsetzt, hat „etwas mit den Menschen zu tun, die es gar nicht leicht haben und es sich oft noch schwerer machen.“
Für mich ist das gelebter Glaube, Alleinerziehende anzunehmen, wie sie sind, und ihnen zu helfen, damit sie ihr Leben besser meistern. Zu unseren Treffen kommen viele Frauen, die mit der Kirche nichts am Hut haben. Sie sind dann sehr positiv überrascht.“