Die heurige Aktion „Brot statt Böller“ der KJÖ unterstützt das Projekt „Famundi“ in Bolivien. Mit dessen Gründerin, Anna-Maria Marschner aus Gmunden, sprach Christoph Burgstaller.
Du bist als Studentin darauf gekommen, ein Hilfsprojekt zu gründen. Wie kam das?
Anna Maria Marschner (Bild oben links): Ich wollte gerne vor meinem Theologiestudium drei Monate im Dienst der Armen sein – in einem franziskanischen Kinderdorf in Santa Cruz. Die Kinder im Kinderdorf erzählten, wie gerne sie bei ihren Eltern aufwachsen würden – trotz der Armut. Sie haben mich bewegt, Familien zu unterstützen. Am Anfang waren das sehr konkrete, spontane Hilfsaktionen. Mit Unterstützung von Ruthy, einer Frau vor Ort, entwickelten sich Strukturen, damit langfristige Hilfe möglich ist.
Was ist Famundi genau? An wen wendet sich dieses Projekt?
Marschner: Eine Gemeinschaft von Familien in den Armenvierteln am Stadtrand von Santa Cruz. Es gehören 31 Familien mit 168 Kindern dazu. Es wendet sich großteils an allein erziehende Mütter und Väter. Es geht um Wohnplätze, Schulbildung für die Kinder. In der Schneiderei, die 2002 gegründet wurde, findet pro Familie ein Mitglied Arbeit und Ausbildung. Sie bildet den Kern des Projekts.
Wie funktioniert die Abwicklung vor Ort?
Marschner: Ruthy koordiniert alles. Sie steht mit mir in regelmäßigem E-Mail-Kontakt. Eine Sozialarbeiterin betreut den Kindergarten und die Schneiderei, gibt Nähkurse und gestaltet Bildungsvorträge. Eine österreichische Franziskanerin, Sr. Klara Erlbacher, hat die Finanzen über, sie leitet ein medizinisches Zentrum, über das die Familien auch krankenversichert sind.
Wer unterstützt Famundi in Österreich?
Marschner: In erster Linie private Spender, die Patenschaften für eine Familie übernehmen und zu dieser auch Kontakt haben. Außerdem Bastelmärkte oder Aktionen, auch die Pfarre und die Stadt Gmunden.
Wie organisiert ihr die Tätigkeiten in Österreich?
Marschner: In Österreich gibt es seit 30. November 2004 den Verein Famundi mit einem kleinen Vorstand.
Welche Fortschritte sind bis heute schon erkennbar?/b>
Marschner: Wichtigster Fortschritt ist, dass die Kinder in die Schule gehen können und nicht mehr betteln müssen. Dadurch wird Zukunft möglich.