Der „Gaskrieg“ zwischen der Ukraine und Russland hat auch innerhalb der EU dazu geführt, dass man neu über die Energiepolitik nachdenken will. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch ist nicht der Einzige, der den Bau neuer Atomkraftwerke fordert. Auch Frankreich und Finnland haben bereits angekündigt, durch neue Atomkraftwerke eine größere Energieunabhängigkeit zu errei-chen. Dass Uran durchwegs in Ländern mit höchst unstabilen politischen Verhältnissen abgebaut wird, verschweigt man ebenso wie die Tatsache, dass die Rechnung für den angeblich so billigen Atomstrom noch Generationen in Hunderten von Jahren zahlen müssen. Vom Risiko ganz zu schweigen! Hans Baumgartner
Erwartungen an die EU-Präsidentschaft
Österreich hat am 1. Jänner 2006 den EU-Ratsvorsitz übernommen. Mit dem ersten Arbeitstreffen zwischen EU-Kommission und Bundesregierung am 9. Jänner in der Wiener Hofburg hat die österreichische Präsidentschaft die Arbeit öffentlich sichtbar aufgenommen. Die Erwartungen von kirchlicher Seite sind groß. Friedens-, umwelt- und sozialpolitische Themen wie etwa Initiativen zum Abbau der Arbeitslosigkeit werden eingemahnt. Unter den mehr als 170 Veranstaltungen stellt der Lateinamerika-Gipfel in Wien (12./13. Mai 2006) eine besondere Herausforde-rung dar. Verschiedene soziale Bewegungen werden parallel dazu einen Alternativ-Gipfel veranstalten. Hoffentlich gelingt es dort, den Anliegen der Menschen des Südens optimal Gehör zu verschaffen, denn die Uhr der Armut tickt. Susanne Eller