Ausgabe: 2006/03, Höller, Kopf der Woche, Baumgartner, Ethik-Fonds, Öko-Fonds, Fonds
18.01.2006
Seit 30 Jahren ist die aus Wien stammende Elisabeth Höller Vermögens- und Anlageberaterin. Vor zehn Jahren hat sie als erste in Europa einen Ethik-Fonds angeboten.
Vor 30 Jahren begann Elisabeth Höller in der Schweiz als Vermögens- und Anlageberaterin zu arbeiten. Vor 24 Jahren gründete sie ihre eigene Firma, die in Zürich und Wien Geschäftsstellen hat. Vergangene Woche feierte sie ein besonderes „Jubiläum“: Vor zehn Jahren hat sie mit dem „Prime value mix“ den ersten ethischen Anlagefonds in Kontinentaleuropa gestartet. Seither sind zwei weitere Ethik-Fonds dazugekommen.
Mensch und Umwelt. Sie habe sich immer bemüht, ihre Geschäfte mit Qualität und sittlicher Verantwortung zu machen. Deshalb habe sie sich auch für die Anfang der 90er Jahre aufblühenden Öko-Fonds interessiert. „Mir ist bei diesen Anlagen aber der Mensch zu kurz gekommen. Ich wollte einen Fonds anbieten, wo neben der Umwelt auch menschliche und soziale Kriterien eine wichtige Rolle spielen.“ Elisabeth Höller suchte sich ein interdisziplinäres unabhängiges Berater-Komitee. Bald aber musste sie feststellen, dass man eine solide Ethik-Analyse von Unternehmen und Herausgebern von Anleihen nicht mit der „linken Hand“ machen kann. Daraufhin gründete sie in ihrer Firma eine eigene Ethik-Forschungsgruppe. Gemeinsam mit dem externen Berater-Komitee wurde ein umfassendes Prüfinstrumentarium entwickelt. „Wir arbeiten mit einem klaren Katalog von Ausschlussgründen und mit dem sogenannten Stakeholder-Ansatz.“ Dabei wird geprüft, wie ein Unternehmen mit seinen Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden, Aktionären und der Öffentlichkeit umgeht. Weitere Kriterien sind die Ökologie und die Frage der Korruption.
Dr. Elisabeth Höller: „Anfangs war es hart, Anleger davon zu überzeugen, ihr Geld in einen Fonds zu investieren, wo Aktien und Anleihen durch einen Ethik-Filter gesiebt werden. Heute gibt es immer mehr Leute und Institutionen, die professionell, engagiert und transparent verwaltete Ethik-Fonds suchen.“