Ausgabe: 2006/03, Schüssel, EU, Ratspräsidentschaft, EU-Ratspräsidentschaft, Europa
18.01.2006
Die Buhrufer stehenschon bereit
Das haben sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und seine ÖVP anders vorgestellt. Die EU-Ratspräsidentschaft hätte mit seinen vielen prominent besetzten Events so etwas wie ein warmer Frühlingsregen für den bevorstehenden Wahlkampf werden sollen. Doch damit wird es wohl nichts werden. Einerseits wartet auf die Regierungsmitglieder harte Arbeit, weil auf der Baustelle Europa vieles ins Stocken geraten ist und die Baupläne nicht mehr stimmen. Andererseits lässt sich mit Erfolgen auf der Europa-Bühne kaum innenpolitischer Applaus verdienen, vor allem, seit SPÖ und FPÖ fest entschlossen sind, von der Loge der Stimmenfänger die schlechte Europastimmung mit lauten Buhrufen anzuheizen.
Hans Baumgartner
Angesehene Söhnestatt teurer Töchter
Zehn Millionen Mädchen seien in den letzten 20 Jahren in Indien nach vorgeburtlicher Diagnose gezielt abgetrieben worden. Das ergab eine im Jänner veröffentlichte Abtreibungsstudie von indisch-kanadischen Wissenschaftlern. Auch wenn die Zahlen als übertrieben gelten, so ist es doch ein Faktum, dass Frauen in Indien (und anderen Teilen der Welt, wie etwa China) aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert werden. Mädchen gelten dort als finanzielle Belastung, da für sie hohe Mitgiftsummen bei Hochzeiten bezahlt werden müssen. Töchter treiben die Eltern in den Ruin, Söhne heben das Ansehen der Familie. Deshalb kommt es nach wie vor zu gezielten Abtreibungen weiblicher Föten. Da können auch Gesetze nichts daran ändern. Das ist eine erschreckende Tatsache.