Ausgabe: 2006/04, Fischer, Kopf der Woche, Wahlbeobachtung, Jerusalem, Palästina
25.01.2006
Die Oberösterreicherin Eva Fischer ist Wahlbeobachterin bei den Parlamentswahlen in Palästina am 25. Jänner 2006. Gemeinsam mit 186 EU-Beobachtern – davon acht Österreichern – begleitet sie den Urnengang.
Dass die ausgebildete Grund- und Hauptschullehrerin Eva Fischer im Team des österreichischen Außenamts für Wahlbeobachtung ist, hängt mit ihrem Einsatz für die Bosnien zusammen. Als 1995 die Pfarren Fischlham und Steinerkirchen einen Flüchtlingsausschuss gründeten, war sie mit dabei und hat seitdem Vieles in Bewegung gesetzt: 9.000 Tonnen Hilfsgüter zum Beispiel. Ihre insgesamt 150 Reisen in die Länder des Balkans haben die Solidaritätspreisträgerin der Kirchenzeitung von Linz (2001) nicht nur zu einer Expertin im humanitären Bereich gemacht, sondern auch zu einer gesuchten Gesprächspartnerin in politischen Fragen. 1998 wurde sie erstmals als Wahlbeobachterin geholt, seither war sie in allen Staaten Südosteuropas im Einsatz und im Jänner 2005 auch bei der Präsidentenwahl in Palästina.
Wahlbeobachtung in Ostjerusalem. Gemeinsam mit einem Kollegen aus Bratislava hat sie in den vergangenen Tagen die Registrierung für die Wahllisten in Jerusalem beobachtet. Die Menschen empfinden sie aber nicht als Kontrolleure, sondern als Helfer. Da die israelische Regierung erst in der Vorwoche die Abhaltung der Wahlen auch im palästinensischen Ostjerusalem erlaubt, gleichzeitig aber die Kandidatur der islamistischen Hamas-Partei verboten hat, gilt ihr Gebiet als heißes Pflaster. Wie der Wahltag verlaufen wird, sei noch völlig ungewiss, meint Fischer gegenüber der Kirchenzheitung. Zu ihrer persönlichen Sicherheit meint sie: „Wir werden von der palästinensischen Polizei beschützt und ich habe das feste Vertrauen, dass auch ganz oben jemand seine Hand über uns hält.“